Alternative für Deutschland
AfD-Chefin Petry sagt Demo-Auftritt mit Asyl-Hardliner Höcke ab

Eigentlich war sie fest für seine „Mittwochsdemo gegen Asylmissbrauch“ eingeplant. Doch nun sagte AfD-Chefin Petry dem Thüringer Landeschef Höcke kurzfristig ab. In einer Mitgliedermail erklärt sie, warum.

BerlinInnerhalb der Alternative für Deutschland (AfD) profiliert sich beim Asyl-Thema momentan besonders der rechtsnationale Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in Thüringen, Björn Höcke. Nachdem die Bundesparteichefin Frauke Petry erst skeptisch war, hatte sie eine Einladung zu der von Höcke inzwischen regelmäßig veranstalteten „Mittwochsdemo gegen Asylmissbrauch“ in Erfurt angenommen. Doch nun will sie doch nicht kommen.

Einen Grund gab der Sprecher der AfD, Christian Lüth, nicht an. In einer am frühen Nachmittag verschickten Pressemitteilung erklärte er lediglich: „Frauke Petry hat ihren Auftritt bei der AfD-Demonstration auf Einladung des Landesvorsitzenden Björn Höcke in Erfurt am 4.11.2015 abgesagt.“ Eine Nachfrage des Handelsblatts zu den Hintergründen ließ Lüth unbeantwortet. Eine Sprecherin Höckes wollte die Absage auf Anfrage des Handelsblatts zunächst nicht kommentieren.

Am Abend dann lüftete Petry dann selbst das Geheimnis ihrer Demo-Absage. In einer gemeinsam mit dem Co-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen verfassten Mitglieder-Rundmail griffen die beiden Höcke scharf an. Hintergrund ist Höckes Auftritt im ARD-Talk von Günther Jauch. Am Sonntagabend war er dort bei einer einer Diskussion über das Thema „Pöbeln, hetzen, drohen - wird der Hass gesellschaftsfähig?“ unter anderem dadurch aufgefallen, dass er zu Beginn der Sendung eine Deutschlandfahne über seine Stuhllehne drapierte.

Petry und Meuthen erklärten dazu in der Email, die dem Handelsblatt vorliegt, dass man sich „vom derzeitigen Stil des Auftretens des thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höckes nicht vertreten“ fühle. Er sei legitimiert für den Landesverband Thüringen zu sprechen, nicht aber für die Bundespartei. Öffentliche Fernsehauftritte hätten zwar vorrangig das Ziel, neue Bevölkerungsschichten für die Ziele der AfD zu gewinnen. Es möge daher „mancher als befriedigend empfunden haben, dass das, was er schon immer mal selbst gesagt haben wollte, nun durch Björn Höcke zum Ausdruck gebracht wurde“, so Petry und Meuthen. „Das Befriedigen persönlicher Gefühle unserer eigenen Klientel, bzw. besser gesagt einer Teils derselben, ist aber gerade nicht Zweck solcher Auftritte.“

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AfD-Chefin Petry sagt Demo-Auftritt mit Asyl-Hardliner Höcke ab

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Petry richtet Hilfe-Appell an AfD-Basis

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„Und schön deutsch soll Erfurt bleiben!“

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