Altersvorsorge
Und die gesetzliche Rente lohnt doch

Dass die gesetzliche Rente im Alter zur Sicherstellung des Lebensstandards in Zukunft nicht mehr ausreichen wird, ist längst eine Binsenweisheit. Doch nun kommt die Deutsche Rentenversicherung mit einer tröstlichen Botschaft daher: Der Rentenbeitrag ist alles andere als ein verlorener Zuschuss an den Generationenvertrag.

BERLIN. Die Bezieher einer gesetzlichen Rente können auch künftig mit einer positiven Verzinsung ihrer geleisteten Beiträge rechnen. Nach aktuellen Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) erhalten Männer trotz der bereits beschlossenen schrittweisen Senkung des Rentenniveaus eine Rendite von deutlich mehr als zwei Prozent. Da die Lebenserwartung der Frauen im Durchschnitt rund drei Jahre höher ist, fällt bei ihnen die Rendite mit mehr als drei Prozent noch höher aus. Die Verzinsung der gesetzlichen Rentenversicherung sei damit „nicht geringer als die vergleichbarer kapitalgedeckter Vorsorgeprodukte“, betonten DRV-Experten.

Die Berechnungen der Rentenversicherung stehen im Widerspruch zu Vorwürfen der Versicherungswirtschaft, die Beitragsrendite der gesetzlichen Rente sei längst negativ. „Dem muss vehement widersprochen werden“, sagte Sabine Ohsmann, Versicherungsmathematikerin der DRV. „Unsere Berechnungsmethode ist valide. Sie wird längst auch vom Sachverständigenrat und dem Sozialbeirat der Regierung angewendet. Auch die Bundesbank hat unser Rechenmodell übernommen.“

Wer es sich leisten kann, schließt heutzutage wegen der Rentenlücke Zusatzversicherungen wie die staatlich geförderte Riester-Rente ab oder wandelt sozialabgabenfrei einen Teil seines Einkommens in eine die Rente ergänzende betriebliche Altersversorgung um. Doch nun kommt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) mitten im aktuellen Rentenstreit mit der tröstlichen Botschaft daher, dass der inzwischen auf einem historischen Hoch von 19,9 Prozent angelangte Rentenbeitrag trotzdem alles andere ist als ein verlorener Zuschuss an den Generationenvertrag.

Der Rentenbeitrag rechnet sich: Eine Frau, die heute in Rente geht, erhält eine Rendite auf ihre eingezahlten Beiträge von 4,1 Prozent, sofern sie nach dem Rentenbeginn mit 65 Jahren noch wie der Durchschnitt 20 Jahre lebt. Da die durchschnittliche Lebenserwartung eines 65-jährigen Mannes mit 17 Jahren drei Jahre kürzer ist, kommt er nur auf eine Beitragsrendite von 3,5 Prozent. Verheiratete Männer erreichen eine ähnlich hohe Rendite wie Frauen, bezieht man deren Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente aus der Rente des Mannes mit ein. Wegen der bereits beschlossenen Senkung des Rentenniveaus und der ab 2012 einsetzenden schrittweisen Erhöhung des Rentenalters auf 67 werden die Renditen allerdings in Zukunft sinken. Bis 2020 schrumpft sie um 0,6 Prozentpunkte, bleibt danach aber bis 2040 stabil bei 3,3 bzw. 2,8 Prozent (Frauen/Männer).

Doch sie bleiben positiv und schlagen die Renditen vergleichbarer privater Lebensversicherungen: Wer 2040 in Rente geht, wird nach den Berechnungen der Rentenversicherung immer noch auf eine Rendite von 3,3 bzw. 2,8 Prozent (Frauen/Männer) kommen. Dabei bezeichnet die Rendite den Zinssatz, den der Versicherte am Kapitalmarkt erzielen müsste, um für die eingezahlten Beiträge genau die bis zu seinem Tode ausgezahlten Renten zu erreichen.

"Damit liegen die Renditen zumindest über der Garantieverzinsung vergleichbarer Lebensversicherungen", sagte Sabine Ohsmann, Versicherungsmathematikerin bei der Deutschen Rentenversicherung. So liege der Garantiezins einer privaten Rentenversicherung derzeit für Neuabschlüsse bei 2,25 Prozent, also deutlich niedriger. Diese Form lässt sich am ehesten mit der gesetzlichen Rente vergleichen, da sie wie diese eine lebenslange Rentenzahlung verspricht.

Bei ihrer Rendite-Prognose hat die Rentenversicherung nach eigenen Angaben konservativ gerechnet. Sie basiert auf den offiziellen Schätzungen über die Entwicklung der Lebenserwartung, des Beitragssatzes, der Löhne und der Rentenanpassungen bis 2040. Kommt es z.B. nicht zum erwarteten weiteren Anstieg der Lebenserwartung, fallen die Renditen niedriger aus. Zudem gelten die Zahlen nur für Versicherte, die 45 Jahre lang Beiträge gezahlt haben und mit dem gesetzlichen Rentenalter in Rente gehen.

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