Angebliche Spender wurden vernommen
Möllemann-Ermittlungen verzögern sich um Monate

Die Ermittlungen in der FDP-Spendenaffäre um Jürgen Möllemann werden sich voraussichtlich um Monate verzögern. Gegen die Herausgabe von beschlagnahmten Unterlagen der Curl AG in Liechtenstein sei inzwischen Beschwerde eingelegt worden, teilte der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken, am Freitag mit.

HB/dpa DÜSSELDORF. Erfahrungsgemäß dauere es mehrere Monate, bis über eine solche Beschwerde entschieden sei. Auch aus Luxemburg seien noch keine Unterlagen eingegangen. Möllemann war unmittelbar nach Beginn einer internationalen Durchsuchungsaktion am 5. Juni bei einem Fallschirmsprung in den Tod gestürzt.

Unterdessen erfuhr dpa aus FDP-Kreisen, dass Beamte des Landeskriminalamtes in den vergangenen Tagen die angeblichen Spender vernommen haben, die das umstrittene Wahlkampf-Flugblatt Möllemanns finanziert haben sollen. Sie sollen als Strohmänner für eine größere Geldsumme hergehalten haben, die gestückelt worden war.

Auf der Suche nach der tatsächlichen Herkunft des Geldes haben die Kriminalisten Konten in Luxemburg und Liechtenstein im Visier. „Wir wissen von Geldbewegungen in Millionenhöhe zwischen Luxemburg, Liechtenstein und der Firma WebTec“, hatte die Staatsanwaltschaft bereits früher berichtet. Um zu ermitteln, wer hinter den Transaktionen steckte, hatten mehr als 100 Beamte vor eineinhalb Monaten Wohnungen und Geschäftsräume Möllemanns sowie Banken in vier Ländern durchsucht.

Wie die „Bild“-Zeitung am Freitag unter Berufung auf Möllemanns früheren Vertrauten Wolfgang Kubicki berichtete, müssen die Hinterbliebenen Möllemanns mit Steuer-Nachforderungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro rechnen. Schadenersatz-Forderungen der FDP wegen der Spendenaffäre könnten noch hinzukommen, falls die Partei deswegen Strafbeträge an den Bundestag abführen muss.

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