Angestellte sollen wie Beamte länger arbeiten
Länder wollen zurück zur 40-Stunden-Woche

Ebenso wie Beamte sollen nach dem Willen der Bundesländer künftig auch die Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst länger arbeiten. „Wir müssen bei den Arbeitnehmern wieder auf die 40-Stunden-Woche kommen – wie bei den Beamten auch“, sagte der neue Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), dem Handelsblatt.

dc DÜSSELDORF. Möllring wurde von den Mitgliedern der Tarifgemeinschaft am Montag in Hannover einstimmig zum Nachfolger des bayerischen Finanzministers Kurt Faltlhauser (CSU) gewählt.

Derzeit beträgt die regelmäßige Wochenarbeitszeit der Arbeiter und Angestellten im Westen 38,5 Stunden. Ihre Kollegen in den neuen Ländern arbeiten ohnehin 40 Stunden pro Woche. Anders als bei den Arbeitnehmern hatten etliche Bundesländer die Arbeitszeiten ihrer Beamten bereits in den vergangenen Monaten zum Teil drastisch erhöht: In Nordrhein-Westfalen etwa soll für sie künftig die 41-Stunden-Woche gelten, Hessen will seine Staatsdiener sogar 42 Stunden arbeiten lassen. In Niedersachsen gilt die 40-Stunden-Woche.

Zugleich drängt Möllring darauf, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld der Arbeitnehmer wie bei den Beamten zu kürzen. Bei den Arbeitnehmern können die Arbeitgeber die Kürzungen aber nicht per Gesetz, sondern nur über Tarifverhandlungen durchsetzen. Schon zum 30. Juni hatten die Länder gemeinsam mit dem Bund die entsprechenden Tarifverträge gekündigt.

Allerdings belasten Kürzungsforderungen die Gespräche mit der Gewerkschaft Verdi über radikale Strukturreformen im Tarifrecht des öffentlichen Dienstes. Dabei geht es etwa um eine Abkehr von der altersabhängigen Bezahlung zu Gunsten einer stärker leistungsbezogenen Vergütung. Verdi-Vorstandsmitglied Kurt Martin warnte die Arbeitgeber davor, das Scheitern der Gespräche zu provozieren.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%