Anschlag in Deutschland vereitelt
Terrorfahndung läuft in Berlin auf Hochtouren

Der lange Arm irakischer Terroristen hat nun auch Deutschland erreicht. Die Polizei hat einen geplanten Terroranschlag auf Ministerpräsident Allawi gerade eben vereitelt.

HB KARLSRUHE/BERLIN. Für Allawi habe es bei seinem Berlin-Besuch eine „erhebliche Gefährdung“ gegeben, sagte Generalbundesanwalt Kay Nehm in Karlsruhe. Drei mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Terrorgruppe Ansar el Islam wurden in der Nacht zum Freitag festgenommen, einer davon in Berlin, wie die Polizei dort bestätigte.

Unter massiv verschärften Sicherheitsvorkehrungen kam Allawi bei seinem ersten Deutschland-Besuch am Freitagmittag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder im Kanzleramt zusammen. Schröder kündigte an, Deutschland werde seine Hilfe für den Wiederaufbau und die Stabilisierung des Iraks ausweiten. Am Nachmittag besuchte Allawi Außenminister Joschka Fischer zu einem 45-minütigen Gespräch im Auswärtigen Amt. Ein als privat deklariertes Treffen Allawis mit Exil-Irakern in Deutschland wurde am Donnerstagabend aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Die Telefonüberwachung eines Tatverdächtigen in Stuttgart führte die Ermittler auf die heiße Spur. Spezialeinheiten durchsuchten am Freitagmorgen neun Wohnungen und Betriebsgebäude der Terrorverdächtigen: fünf in Stuttgart, zwei in Augsburg und zwei in Berlin. Nach Polizeiangaben wurde in Berlin unter anderem eine Wohnung im achten Stock eines Hochhauses im Stadtteil Neukölln durchsucht. Dabei wurden einige Kisten sichergestellt.

„Hinweise deuteten auf einen bestimmten Programmpunkt“ des Besuchs von Allawi in Deutschland, sagte Nehm. Dieser sei daraufhin abgesagt worden. „Es deutet einiges darauf hin, dass das nicht eine lang vorbereitete Planung aus Anlass dieses Besuches war, sondern eine Ad- hoc-Entscheidung, hier etwas zu unternehmen.“

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