Anti-Terror-Maßnahmen
Politik stemmt sich gegen „Angst und Schrecken“

Die Terror-Warnung der Bundesregierung zeigt Wirkung. Flug- und Seehäfen sowie Bahnhöfe und Züge werden stärker überwacht, mehr Polizisten als sonst sind auf der Straße. Auch an Grenzen wird wieder schärfer kontrolliert.
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HB HAMBURG/WINDHUK. Nach der konkreten Anschlagswarnung der Bundesregierung sind am Donnerstag vor allem in deutschen Großstädten die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. Im Visier der radikalen Islamisten seien spektakuläre Ziele in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und dem Ruhrgebiet, sagten der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch. „Der internationale Terrorismus möchte in unserem Land Angst und Schrecken verbreiten. Das lassen wir nicht zu“, gab sich Bundesinnenminister Thomas de Maiziere entschlossen. Für Aufregung sorgte ein verdächtiges Gepäckstück, das nach BKA-Angaben in Namibia in eine Passagiermaschine nach München verladen werden sollte, aber vorher entdeckt wurde.

An Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Flughäfen verschärften die Sicherheitskräfte ihre Kontrollen. Polizisten patrouillierten mit kugelsicheren Westen und Maschinenpistolen vor Gebäuden von politisch besonderer Bedeutung - darunter die US-Botschaft am Brandenburger Tor in Berlin. Die Deutsche Polizeigewerkschaft geht von einem wochenlangen Einsatz der Beamten aus. „Wir können leider nicht damit rechnen, dass wir nur im November diesen Dienst leisten müssen, sondern möglicherweise darüber hinaus“, sagte ihr Vorsitzender Rainer Wendt im MDR. Auch der Geheimdienst und die Internetspezialisten der Polizei arbeiteten auf Hochtouren.

Bayerns Innenminister Herrmann erklärte, ein Anschlag bedrohe vor allem Metropolen. „Ob das nun allerdings Berlin oder Hamburg, Frankfurt oder München ist, da gibt es im Moment keine konkretisierten Hinweise“, sagte Herrmann Reuters TV. Der rheinland-pfälzischen Innenminister Karl Peter Bruch nannte im SWR auch das Ruhrgebiet als mutmaßliches Anschlagsziel. Berlins Innensenator Ehrhart Körting sagte, die Lage sei brisanter als 2009. Die Gefahr eines Anschlags sei größer geworden.

De Maiziere hatte am Mittwoch erstmals konkret vor einem Anschlag gewarnt: Nach Hinweisen aus dem Ausland planten radikale Islamisten bis Ende November Anschläge in Deutschland. Über deren Abwehr berieten am Donnerstag auch die Innenminister von Bund und Ländern in Hamburg. Ende Oktober waren zwei Paketbomben entdeckt worden, die per Luftfracht aus dem Jemen mit Ziel USA abgeschickt worden waren. Eine der Bomben war auf dem Flughafen Köln/Bonn umgeladen worden, bevor sie bei einem Zwischenstopp in Großbritannien entdeckt und entschärft wurde.

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  • Völlig Unglaubwürdig dieser innenminister.Erst betet er seit einer Ewigkeit es bestehe in Deutschland keine Gefahr von Teroristischen Anschlägen.Dann wird per DHL Seelenruhig eine bombe über unseren Köpfen geflogen. Die Spitze des Eisberges ist jetzt das hinter jedem Mülleimer ein Uniformierter plaziert wird.Aber macht doch keine Hysterie.ich mache mir eher Gedanken über die Unfähigkeit des bND und des inneministers. Frau Merkel hat ihren Laden nicht im Griff .

  • Fragt doch einfach CiA, MOSSAD und Mi6 konkret ob und wo sie die "Terroranschläge" ausführem lassen.
    ist doch einfacher als diese rumgeeiere !!!
    Leider gibt es noch zu viele gehirngewaschene Menschen welche diesen Terrormist auch noch glauben.
    Der hauptsächliche "Terrorakt" müsste aber in USA passieren. Die brauchen es bitter nötig um abzulenken und einen Krieg loszutreten gegen die "Terroristen", gegen das eigene Volk und um den Dollar noch eine Weile hochzuhalten....!

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