Anwalt sieht verminderte Schuldfähigkeit
El Masri gesteht Brandstiftung und Prügelei

Der mutmaßlich von der CIA nach Afghanistan entführte Deutsch-Libanese Khaled el Masri hat vor Gericht gestanden, an einem Neu-Ulmer Großmarkt Feuer gelegt zu haben und die Tat auf eine Art Verfolgungswahl infolge seiner Verschleppung zurückgeführt. Der wegen Brandstiftung und schwerer Körperverletzung angeklagte 44-Jährige legte zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Memmingen ein Geständnis ab.

HB MEMMINGEN. El Masris Verteidiger Manfred Gnjidic betonte, sein Mandant leide nach wie vor unter Spätfolgen von in Afghanistan erlittener Misshandlungen. „Ich denke, dass eine verminderte Schuldfähigkeit auf jedem Fall im Raum schwebt“, sagte Gnjidic.

Der Anwalt verlas zu Prozessbeginn eine Erklärung seines Angeklagten, in der El Masri die Brandstiftung ebenso gestand wie den weiteren Tatvorwurf, Monate zuvor einen Ausbilder bei einer Schulung zum Lastwagen-Fahrer krankenhausreif geschlagen zu haben. El Masri zählte in der Erklärung eine Vielzahl von Ereignissen auf, bei denen er sich verfolgt gefühlt und Todesängste verspürt habe. „Ich glaube es gibt ein großes Interesse, mich als Unfall beseitigt zu wissen“, betonte El Masri in der Erklärung.

Auch in dem Neu-Ulmer Großmarkt habe er sich mehrfach von dessen Mitarbeitern provoziert gefühlt. Er habe damals gedacht, dass er in eine Falle gelockt werden solle. Um dem zuvorzukommen, habe er den Brand im Großmarkt gelegt.

El Masris Anwalt Gnjidic betonte anschließend, sein Mandant habe die Erfahrungen mit den Geheimdiensten noch nicht verarbeitet und sehe „hinter jeder Ecke einen Schatten“. Gnjidic warf erneut der damaligen rot-grünen Bundesregierung vor, sie habe seinen Mandanten alleine gelassen. Sein Mandant habe auch jetzt, vier Jahre nach dem Ende seiner Entführung noch keine Psychotherapie erhalten.

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