Arbeitgeber und Gewerkschaften bewerten den Beginn von Koalitionsverhandlungen überwiegend positiv
Wirtschaft pocht auf Reformen

Wirtschaft und Gewerkschaften bewerten die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD verhalten optimistisch. Es bestehe die Hoffnung, dass nun drängende Probleme angegangen würden, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg.

str/dc HB BERLIN/HANNOVER. Wirtschaft und Gewerkschaften bewerten die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD verhalten optimistisch. BDI-Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg sagte dem Handelsblatt, man sei „grundsätzlich zufrieden“ mit der Entwicklung. Der Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Hubertus Schmoldt, äußerte die Hoffnung, eine große Koalition könne gemeinsam mit Arbeitgebern und Gewerkschaften das Bündnis für Arbeit aufleben lassen.

Es bestehe die Hoffnung, dass nun drängende Probleme angegangen würden, sagte von Wartenberg. Die Sanierung der Staatsfinanzen und die Föderalismusreform müssen nach Auffassung des BDI Priorität haben. Eine große Koalition bedeute zugleich große Kooperation. Die beiden Seiten dürften nicht nur nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner suchen.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag kritisierte die Ankündigung der Union, auf die Stärkung betrieblicher Bündnisse zu verzichten. Er hoffe, dass das Thema doch wieder auf die Tagesordnung komme, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem Handelsblatt. Wansleben zeigte sich insgesamt optimistisch zu den Aussichten einer großen Koalition. Beiden Seiten sei klar, dass sie zum Erfolg verpflichtet seien.

Einhellig forderten die Wirtschaftsverbände Union und SPD auf, mit ihrer komfortablen Mehrheit im Parlament entschiedene Reformen vorzunehmen. Das schließe unpopuläre Maßnahmen ein, sagte Außenhandelspräsident Anton Börner. Der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, mahnte: „Wichtig wird jetzt sein, dass die beiden großen Parteien auch gemeinsame Sachentscheidungen treffen.“

Mit der Aussicht auf eine große Koalition verstärken die Gewerkschaften ihre Bemühungen, einen stabilen Gesprächsfaden zur künftigen Regierung zu knüpfen. Ebenso wie zuvor DGB-Chef Michael Sommer stellte sich am Montag auch IG BCE-Chef Schmoldt hinter Überlegungen, das 2003 gescheiterte Bündnis für Arbeit in neuer Form wieder aufzunehmen.

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