Arbeitsstättenverordnung
Nahles ist auf dem Weg nach „Absurdistan“

Ist Ihnen warm? Können Sie beim Teekochen verträumt aus dem Fenster gucken? Wegen ihrer aktuellen Forderungen zum Arbeitsschutz wird Arbeitsministerin Andrea Nahles massiv angegriffen. Ihre fünf absurdesten Wünsche.
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Schwimmt Andrea Nahles derzeit in absurden Gewässern des Arbeitsschutzes? Findet jedenfalls Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Denn unter der Arbeitsschutznovelle fordert Nahles eine Reihe von Regeln fürs Büro. Wir haben die fünf skurrilsten Wünsche der Arbeitsministerin für Sie aufgeschrieben:

1. Einen abschließbaren Spind

Wer auf dem Weg zur Arbeit ständig den Turnbeutel vergessen hat, wird demnächst keine Probleme mehr haben. Schließlich will Nahles, dass jeder Mitarbeiter jeden Unternehmens einen eigenen Schrank bekommt. Wie in einer amerikanischen High School, wie im Fitnessstudio. Man weiß ja nie, was kommt. Das Gespräch mit dem Chef kann den gewöhnlichen Mitarbeiter schon mal ins Schwitzen bringen. Da ist ein neues Outfit aus seinem Beutel einfach praktisch. Blöd ist nur, dass eine ganze Schrankwand nicht so recht gut ankommen würde – denn das würde Lichtquellen nehmen.

2. Es werde Licht im stillen Örtchen

Alle Toilettenräume sollen ab sofort ein Fenster haben, fordert die Ministerin. Bundestagsabgeordnete Kristina Schröder liefert prompt die Antwort:

3. 17 Jahr, äh, nein... 17 Grad

Udo Jürgens sang vom blonden Haar, nicht von beheizten Büroräumen. Doch das fällt ja auch in den Kompetenzbereich von Andrea Nahles. Sie wünscht, dass die Mindesttemperatur in Büros 17 Grad beträgt; auch in Archiven, Abstellräumen und Co. Wenn das im Keller ist, muss – wie bei allen Forderungen – umgebaut werden. Am besten kauft der Chef gleich ein neues Bürogebäude, anders ist das ja nicht umzusetzen. Abreißen, neu bauen. Heizung rein. Und das Fenster auf dem Klo nicht vergessen.

4. Erste Hilfe-Räume

Wer in der Schule jeden zweiten Tag zur Krankenschwester gerannt ist, um den Unterricht zu schwänzen: aufgepasst! Ein Erste Hilfe-Raum soll her, aufkleben soll man sein Pflaster aber bitte selbst. Mal ehrlich, wenn es einem Mitarbeiter nicht gut geht, schicken ihn die meisten Chefs nach Hause. Vielleicht zielt Nahles Arbeitsschutznovelle genau darauf ab? Ihn nicht nach Hause zu schicken. Wer sich wohler fühlt, bleibt länger. Länger bleiben bedeutet mehr Geld, auch für den Staat.

5. Home Office: Vorhänge zu!

Die mit Abstand absurdeste Forderung ist diese: Andrea Nahles will dafür sorgen, dass der Unternehmer jeden Home Office-Platz seiner Angestellten auf Funktionstüchtigkeit prüft. Eine Leitfrage soll sein, ob die Sonne blendet.

Kaum ausgesprochen, erntet die Arbeitsministerin für ihre Arbeitsstättenverordnung extremen Widerspruch. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer bezeichnete die Novelle als „bürokratischen Irrsinn in Absurdistan“. Auch sieht es nicht so aus, als würden sich Bund und Länder in dieser Sache einigen. Die Forderungen seien so aus Kostengründen nicht realisierbar, meinen diverse Politiker.

Laut einem Bericht der „FAZ“ gebe es auch Zuspruch. Der Fachverband Tageslicht und Rauchschutz begrüßte die künftige Verpflichtung zu Tageslicht: „Die Bundesregierung trägt den Erkenntnissen aus der Tageslichtforschung Rechnung. Tageslicht wirkt sich positiv auf die Motivation, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeiter aus und sollte daher ein unverzichtbarer Bestandteil jedes Arbeitsplatzes sein.“

Annika Reinert
Laura Waßermann
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " Arbeitsstättenverordnung: Nahles ist auf dem Weg nach „Absurdistan“"

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  • Durch die Deregulierung im Arbeitsrecht und Finanzen hat die damalige Rot/Grüne- "Koalition" unseren Arbeitsmarkt und das Finanzwesen in eine menschenverachtende Zukunft katapultiert !

    Die nachfolgenden Koalition haben diese Steilvorlagen dankend angenommen, oder weiterentwickelt !

    Durch private Vorteilnahme nach der politischen "Karriere" wurden die notwendigen Leitplanken im Arbeitsrecht entzogen !
    Siehe Leih- und Werksverträge, unseriöse Zeitverträge und andere prekäre, kriminellen Schweinereien !

    So wurde Deutschland "Exportweltmeister" !

    Und die damaligen verantwortlichen "Volksvertreter" wurden Millionäre !
    Gönn ich jedem, ohne Neid, aber nicht durch einen kranken Lobbyismus und auf KOSTEN der Arbeitnehmer, besser Lohnsklaven!

    Wenn ich diesen Artikel richtig lese, erkenne ich Kompetenzleere und ALIBI-"Politik" !

    Es gibt dringenden, überfälligen seriösen REFORM-BEDARF in den Bereichen Arbeit-Rente-Gesundheit !

    ABER, wir lesen und hören, welche Qualität unsere Politiker-Generation, speziell seit ROT/GRÜN uns Bürger/Wähler zumuten !

    Man sieht uns reden, aber man hört uns nicht !!!

  • Liebe Frau Nahles,
    eigendlich ist doch die Eifel, aus der Sie stammen, eine
    etwas rauhe aber auch sehr gesunde Gegend. Die Menschen
    sind abgehärtet und tatkräftig und waren meist als kleine
    Bauern, Tagelöhner oder Handwerker unterwegs. Die meisten
    waren und sind pfiffig und fleißig und machen sich vor einer Arbeit Gedanken über die Folgen!
    Sie bewohnen das Bauernhaus Ihrer Vorfahren (worum ich Sie
    beneide), nur ich stelle mir vor, Sie hätten mit Ihrer Vor-
    bereitung (langes Studium, keine praktische Erfahrung, re-
    alitätsferne Umverteiler-Ideologie) diesen Bauernhof in
    der kargen Eifel bewirtschaften müssen. Ich glaube, dieser
    Hof hätte schnell einen neuen Besitzer gehabt!

  • Daß diese Frau nicht die geringste Ahnung von Wirtschaft und deren Erfordernissen hat, war immer schon klar.

    Nun belegt sie uns auch noch ihre völlige Unkenntnis von Arbeitsplatz, Notwendigkeiten und vernünftigen Lösungen.

    Wie mit der SPD insgesamt fahren wir alle mit Nahles auf direktem Wege ins Abseits globaler Konkurrenz.

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