Aus für Hochschule in Bruchsal
Privat-Unis fürchten um ihr Image

Nach dem Aus für die Universität Bruchsal und den jüngsten Finanzprobleme der Uni Witten/Herdecke fürchtet der Verband der privaten Hochschulen einen Imageschaden für die gesamte Zunft. Dessen Präsident Udo Steffens fürchtet, dass nun „generelle Zweifel an der Solidität privater Hochschulen aufkommen könnten“ und denkt bereits über eine allgemeine Imagekampagne nach.

BERLIN . Die Nachricht vom Aus für die Universität Bruchsal sei – ebenso wie die jüngsten Finanzprobleme der Uni Witten/Herdecke – „ausgesprochen schädlich“, klagt Udo Steffens, Vorsitzender des Verbands der privaten Hochschulen (VPH) und Präsident der Frankfurt School of Finance & Management. Er fürchtet, dass nun „generelle Zweifel an der Solidität privater Hochschulen aufkommen könnten“ und denkt bereits über eine Imagekampagne für die Zunft nach

Am Freitag hatte die Bruchsaler „International University in Germany“ die Schließung angekündigt. Der ersten englischsprachigen Uni dieser Art, die zuletzt knapp 200 Studenten hatte, war nach dem Ausstieg des Betreibers Educationtrend das Geld ausgegangen. Hinter Educationtrend steht die Investmentfirma Aton von Lutz Helmig, dem Gründer der Helios Kliniken. Es ist bereits die zweite Hochschule, mit der Helmig scheitert: Im März machte die von Educationtrend betriebene Hanseuniversität in Rostock dicht – es hatten sich nur drei Studenten eingeschrieben.

Im vergangenen Jahr tobte eine monatelange Schlacht um die älteste deutsche Privatuni in Witten, die – wieder einmal – vor dem Ruin stand. Am Ende retteten sie neue Gesellschafter und das Land Nordrhein-Westfalen mit 13,5 Mio. Euro.

Die Branche ist mit 70 000 Studenten winzig – insgesamt gibt es in Deutschland zwei Millionen Studenten . Hat nun auch noch das große Privat-Uni-Sterben begonnen? Werden weitere der rund 70 privaten Hochschulen aufgeben? Das wohl nicht, meint Steffens; weitere Wackelkandidaten sind derzeit nicht aktenkundig. Anders als die großen Privatunis der USA sind die hiesigen noch nicht so sehr von der Finanzkrise getroffen.

Aber: Für 2010/11 rechnet der VPH-Vorstand durchaus mit Einbrüchen bei den Sponsoren. Zudem seien die deutschen Privat-Hochschulen zwar stabil, aber „unterkritisch klein“, sagt Steffens. Die Schwelle liege etwa bei 90 bis 100 Mio. Euro Umsatz – doch selbst sein Haus, das größte der Branche, mache nur 60 Mio., Witten/Herdecke nur knapp 30 Mio. Euro Umsatz.

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