Ausbildung
Gute Noten für die Lehrherren

Junge Leute beurteilen das duale System positiv. Trotz guter Ergebnisse bleibt jedoch Platz nach oben: Vor allem die Kooperation von Berufsschulen und Betrieben halten viele Azubis für verbesserungswürdig. Indes macht den Betrieben immer häufiger die demografische Entwicklung zu schaffen.

BERLIN. Vor 40 Jahren trat das Berufsbildungsgesetz in Kraft, das eine bundeseinheitliche Grundlage für die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule schuf. Das Gesetz war 1969 ein Meilenstein, weil es das zersplitterte Berufsbildungsrecht bündelte. Die Auszubildenden selbst beurteilen die duale Berufsausbildung positiv, wie zwei aktuelle Studien verdeutlichen. Stoff für Reformen bieten jedoch beide Erhebungen.

Für die Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden 6 000 Auszubildende aus 15 dualen Ausbildungsberufen befragt. Überraschend war für Manfred Kremer, den Präsidenten des BIBB, das realistische Bild, das die Auszubildenden von ihrer Ausbildung haben. Das beste Ergebnis erzielte der Beruf „Bankkaufmann/-frau“, gefolgt von „Industriemechaniker/-in“; schlechter schnitten zum Beispiel „Bürokaufmann/-frau“ und „Fachinformatiker/-in“ ab.

Trotz guter Ergebnisse zeigt die Studie vor allem eines: „Wir müssen uns von Klischeevorstellungen trennen. Keine Berufsausbildung ist durchgängig gut oder schlecht – überall gibt es Licht und Schatten“, betont Kremer. Die Azubis gaben vor allem den Ausbildern gute Noten und den „materiellen Bedingungen“ im Betrieb, wie etwa der Ausstattung des Arbeitsplatzes. Weniger gut bewerten die Befragten Planung und Organisation der Ausbildung. Vielen jungen Leuten fehlt auch ein deutliches Feedback: „Die Auszubildenden sind bereit, im Betrieb mit anzupacken und unter Zeitdruck zu arbeiten. Sie wollen aber auch respektvoll behandelt und über ihre Stärken und ihre Schwächen informiert werden“, sagt Manfred Kremer.

Schlecht schnitt die Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Berufsschulen ab. Die Kritik: Lerninhalte seien zu wenig aufeinander abgestimmt. Nur ein Zehntel der Befragten hält eine gute Kooperation für „stark“ verwirklicht; über 56 Prozent sind der Auffassung, dass die beiden Lernorte „eher wenig“ bis „gar nicht“ zusammenarbeiten.

Das bestätigt auch eine Bremerhavener Studie. Im Auftrag der IHK Bremerhaven hat die Forschungsgruppe Berufsbildungsforschung der Universität Bremen 1 500 Auszubildende aus 40 Berufen befragt. Zwei Drittel der Auszubildenden sahen die Lernortkooperation als unzureichend an.

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