Ausfälle und Verspätungen
Erneute Warnstreiks erfassen Flughäfen

Die Warnstreiks des öffentlichen Dienstes erfassen nun auch Flughäfen. Zehntausende Reisende müssen sich auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. „Unangemessen“, findet Bundesinnenminister Friedrich.
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FrankfurtIm Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes haben in der Nacht zum Dienstag Warnstreiks an mehreren deutschen Flughäfen begonnen. „Die Streiks haben begonnen“, sagte ein Sprecher des Flughafens Köln/Bonn, an dem die Arbeitsniederlegungen bereits gegen Mitternacht einsetzten. Die Lufthansa annullierte bereits am Montagnachmittag zahlreiche für Dienstag geplante Flüge.

Die Gewerkschaft Verdi kündigte für heute Warnstreiks an allen wichtigen deutschen Flughäfen an. Am Frankfurter Flughafen rechnete der Betreiber Fraport mit „erheblichen Einschränkungen und Flugausfällen“. Von den Warnstreiks betroffen sind laut Verdi die Airports Frankfurt am Main, München, Stuttgart, Düsseldorf, Köln-Bonn, Münster-Osnabrück, Dortmund, Hannover und Bremen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kritisierte die Ausweitung der Streiks auf Flughäfen als „unangemessene Reaktion“. „Da wir ein substanzielles Angebot gemacht haben, ist es ungerechtfertigt, die Bevölkerung jetzt mit diesen Streiks zu malträtieren“, sagte Friedrich der „Rheinischen Post“.

Der Verdi-Streikleiter Jens Gröger in Berlin sagte am Morgen, sowohl am Flughafen Tegel als auch am Flughafen Schönefeld sei das Bodenpersonal dem Streikaufruf zu großen Anteilen gefolgt. An den Berliner Flughäfen wurde die Arbeit wegen eines anderen Tarifkonflikts niedergelegt. Dort rief Verdi die Beschäftigten der Firma GlobeGround zu einem Warnstreik in den laufenden Tarifverhandlungen mit den Flughafenbetreibern auf.

Am Mittwoch und Donnerstag steht die dritte und entscheidende Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst an. Verdi fordert 6,5 Prozent Entgelterhöhung. Zur Stärkung der unteren Einkommen soll die Steigerung mindestens 200 Euro betragen. In der Tarifauseinandersetzung für die rund zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen hatte Verdi das Arbeitgeberangebot von 3,3 Prozent abgelehnt.

Deutschlands größte Fluggesellschaft Lufthansa kündigte an, dass rund 400 der normalerweise über 1800 Flüge ausfallen. Abgesagt wurden auch einige Interkontinentalflüge.

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Erneute Warnstreiks erfassen Flughäfen

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Lufthansa rechnet mit normalem Mittwoch

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  • Innenminister Freidrich hält das für unangemessen. Aber alle Politiker halten es für angemessen, dass Deutschland mit über 200 MRD für den ESM haftet.
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    unsere Politiker halten es auch für angemessen, sich laufend die Diäten zu erhöhen um gleich etliche 100 €
    Die Diäten der Politiker sidn in den letzten Jahren um mehr als 40% gestiegen.
    Es wird höchste Zeit, dass wir den Politikern mal zeigen wo die Harke hängt

  • Fliegerklatsche
    Volle Zustimmung

    Bei uns in der Nähe ist gerade mal wieder so eine Bügerinitiative zugange, die sich über Fluglärm aufregt.
    Aber wenn sie selbst im Sommer wie die Irren ständig fliegen, dann kümmert sie der Fluglärm offenbar nicht.
    Das ist die Verlogenheit vieler Deutscher
    Ist im Umweltschutz genau so
    Ich kann auch unmweltfreundlich von Köln nach Hamburg mit dem Zug fahren
    Flugpreise von z. B. 43€ für einen Flug von Frankfurt nach Warschau gehören verboten

  • lieber Rene
    Streikneigung?
    Wir hatten jahrelang keinen Streik.
    Die Gewerkschaften waren jahrelang ruhig und haben Nullrunden oder ganz minimale Lohnerhöhungen mitgemacht
    Nun wird es halt Zeit, mal wieder richtig hinzulangen, bevor unsere gesamten Staatsfeinde in Berlin auch noch den letzten Cent ins Ausland geschafft oder einer Bak vor die Tür gelegt haben
    Denn eines muß Ihnen klar sein: Der Rettungsschirm ist nicht für Deutschland gedacht.
    Deutschland wird eines Tages sehr dumm in die Röhre schauen und dann können wir alle für Niedriglohn arbeiten
    Gefiele Ihnen das?

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