Auswärtiges Amt
Deutscher in syrischem Gefängnis erhebt schwere Vorwürfe

Ein deutscher Häftling in einem syrischen Gefängnis wirft der Bundesregierung vor, ihn nicht zu schützen. Der Mann fürchtet nach eigenen Angaben um sein Leben. Das Auswärtige Amt stemmt sich gegen die Anschuldigungen.
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Damaskus/BerlinDie Bundesregierung setzt sich gegen schwere Vorwürfe eines Deutschen zur Wehr, der in der umkämpften Stadt Aleppo in einem syrischen Gefängnis sitzt. Das Auswärtige Amt wies am Donnerstag Kritik zurück, sich um den 51-Jährigen nicht ausreichend zu kümmern. Der Mann werde bereits seit seiner Inhaftierung 2006 betreut, sagte eine Ministeriumssprecherin. Nach der Schließung der deutschen Botschaft in Damaskus sei die Botschaft in Libanons Hauptstadt Beirut eingeschaltet worden.

Der Bundesbürger, der auch einen syrischen Pass besitzt, hatte sich in einer Mitteilung an die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag) über mangelhafte Unterstützung durch die Bundesregierung beschwert. Dem Auswärtigen Amt warf er sogar vor, „total versagt“ zu haben. Nach der Erschießung von anderen Häftlingen im Zentralgefängnis von Aleppo fürchte er um sein Leben. Angeblich sitzt er in einer Zelle mit mehreren Dutzend anderen Häftlingen.

Die Schilderung lässt sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Nach Informationen der „Süddeutschen“ soll er wegen Kontakten zu der in Syrien verbotenen Muslimbruderschaft verurteilt worden sein. Der Mann sei eigentlich irakischer Kurde, aber mit einem gefälschten syrischen Pass bereits in den 1980er Jahren nach Deutschland gekommen. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern habe er dann fast 20 Jahre lang in Bayern gelebt.

Dem Auswärtigen Amt zufolge bemühte sich die Bundesregierung erst im Juni wieder um bessere Haftbedingungen. Die syrischen Behörden seien offiziell aufgefordert worden, den Zugang zu medizinischer Grundversorgung und Medikamenten sowie die Einhaltung von internationalen Mindeststandards im Strafvollzug zu garantieren. Auch zuvor schon habe die inzwischen aus Sicherheitsgründen geschlossene Botschaft den Fall „sehr eng begleitet“, sagte die Sprecherin.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Naja - an die "Süddeutsche" schreiben kann er ja, der deutsch-syrische Irak-Kurde.

    Also scheint er keinen allzu großen Beschränkungen zu unterliegen.

    Wass mich bei dem ganzen wundert ist natürlich, wieso jemand der sich mit gefälschten Paß die deutsche Staatsbürgerschaft erschlichen hat nicht samt Sippschaft ausgebürgert und abgeschoben wird.

    Der Irak ist schließlich "befreit" - da gehören diese Leute hin.

  • Am besten gleich ab nach Guantanamo damit.
    Das gibts ja nicht allerdings: jedenfalls als amerikanischer Jurist.
    Und Syrien macht sowas auch?
    Wie denn?
    In Gefängnissen?
    com.
    Syrien kennt keine Gefängnisse.
    Und überhaupt: the land of the brave and the land of freedom:

    Das ist das Wort Solidarität heutzutage.
    Heute wird man schäl angeguckt, ob man ein Mensch ist.

    Vermutlich ist das Inhaftierte dort ein Vieh.

    Muß so sein.

  • So lobt man sich das doch als Deutscher.
    Und man wünscht niemandem je, zwischen die Fronten zu geraten, sollte so etwas je der Fall sein können: Deutsch und aufrecht: mit deutschem Pass, sollte er echt sein, geht es einem doch gleich viel besser.
    Überhaupt, ein Pass - was soll man heutzutage noch mit so einem Mist.
    Grüne Grenzgänger brauchen sowas nicht, außer in Israel und da ist ein deutscher Pass sowieso nix wert.

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