Baden-Württemberg
Bewährungsstrafe für Ex-Justizministerin

Die Rechtsanwältin Corinna Werwigk-Hertneck, einst Justizministerin in Baden-Württemberg, ist selber verurteilt worden: Das Stuttgarter Landgericht brummte ihr 12 Monate Haft auf Bewährung auf, weil es davon überzeugt ist, dass die Liberale einem Parteifreund Details aus einem Ermittlungsverfahren gegen ihn verriert.

HB STUTTGAR. Das Gericht verurteilte Werwigk-Hertneck wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen. Sie habe dem damaligen Landeswirtschaftsminister Walter Döring Einzelheiten aus dem Ermittlungsverfahren mitgeteilt. Werwigk-Hertneck, die die Vorwürfe stets bestritten hatte, nahm das Urteil ungerührt entgegen.

Die Staatsanwältin Susanne Dathe hatte eine Bewährungsstrafe von 14 Monaten beantragt. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Bei den Ermittlungen gegen Döring ging es um die ungeklärte Finanzierung einer Umfrage zu seiner Wirtschaftspolitik. Hinweise auf die Umfrage waren in den Akten eines Untersuchungsausschusses des Landtags aufgetaucht. Nach wochenlangem politischen Druck waren Mitte 2004 zunächst Döring und schließlich auch Werwigk-Hertneck zurückgetreten.

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