Bankenprotest in Deutschland
„Wir wollen der Profitgier nicht weiter zusehen“

Die Bewegung „Occupy Wallstreet“ hat Amerika im Sturm erobert. Die Wut wächst: Mit „Occupy Frankfurt“ blasen Banken-Besetzer nun auch in Deutschland zum Angriff auf die Finanzindustrie. Wer sind die deutschen Aktivisten?
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DüsseldorfDie wachsenden Proteste gegen die Finanzindustrie elektrisieren auch die Kapitalismus- und Bankenkritiker diesseits des Atlantiks. Der große Zulauf der „Occupy-Wall-Street“-Bewegung schürt Hoffnungen, dass die Protestwelle nach Europa und auch nach Deutschland überschwappen könnte. Geht es nach dem Willen der Aktivisten, wird es schon am Wochenende so weit sein.

Unter dem Motto: „Echte Demokratie Jetzt!“ haben linke Bündnisse wie das globalisierungskritische Netzwerk Attac am Samstag zu einem weltweiten Aktionstag aufgerufen. Die Initiatoren träumen von nicht weniger als der „Globalen Revolution.“ In rund 700 Städten auf allen Kontinenten sollen Demonstrationen und Versammlungen stattfinden. Allein in Deutschland sind Veranstaltungen in rund 50 Städten geplant. „Wir sehen uns in einer Linie mit der „Occupy Wall Street-Bewegung“, sagt ein Attac-Sprecher. Es müsse das Primat der Politik über die Finanzwirtschaft wiederhergestellt werden. „Das kann aber nur gelingen, wenn auch die Politik wieder unter demokratische Kontrolle gebracht wird“, fügt der Sprecher hinzu.

Zentrum der Proteste in Deutschland soll die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt sein. „Wir sind Europa“, steht auf den Werbeflyern und „Kein Ausverkauf der Demokratie an die Europäische Zentralbank“. Die Demonstration in Frankfurt soll am Samstag um 12 Uhr auf der noblen Einkaufsstraße Zeil beginnen. Von dort ist ein Protestmarsch zur EZB geplant, wo es um 14 Uhr eine Abschlusskundgebung „mit offenem Mikrofon“ gegen soll. Die Veranstalter selbst rechnen mit mehreren Tausend Teilnehmern.

Bei der Frankfurter Polizei gibt man sich dagegen gelassen. „Wir wissen natürlich nicht, wer da alles kommen wird, aber wir rechnen mit nichts Größerem“, sagte ein Sprecher Handelsblatt Online. Man gehe davon aus, dass das „normale“ Polizeiaufgebot eines Wochenendes reichen werde, um für Sicherheit zu sorgen.

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  • Die " Occupy-Bewegung " darf keine Eintagsfliege sein.

    Jetzt müssen Aktivisten das Ruder ergreifen u. die Banken

    sowie Merkel -Regierung anprangern mit dem grenzenlosen

    Rettungswahnsinn für Banken u. Euro -Bankrottländer .

    Der Schuldenwahnsinn durch die Merkel-Regierung muß

    aufhören !
    Diese Bewegung muß dauerhaft installiert werden .

    NUR SO GEHT ES - DEUTSCHE BÜRGER !!!!!

  • Zu Andre:

    1% der deutschen Bevölkerung zahlen 25 % des Steueraufkommens. Das müssen Sie vielleicht auch mal anders interpretieren, als Sie es tun.

    1% der Deutschen heben so viel Reichtümer angehäuft, dass sie 25 % des Steueraufkommens zahlen können - das ist doch der Skandal. Dass viele Menschen in Deutschland keine oder kaum noch Steuern zahlen können/müssen ist doch der Skandal. Sie sind so arm, dass sie am Existenzminimum leben !!! Und das BVerfassG. hat dieses Existenzminimum festgelegt. Wenn man nichts hat braucht/kann man auch keine Steuern zahlen.
    Erschreckender wird es wohl, wenn irgendwann 1 % der Deutschen 50 % der Steuern zahlen. Das zeigt dann, dass diese Gruppe ihren Reichtum nochmals vermehren konnte.

    Man sollte über dieses 1 % nicht jammern und diese Gruppe auch nicht bemitleiden. Ich denke jeder würde in Deutschland gerne den höchsten Steuersatz zahlen. Ich auf jeden Fall. Denn dann hätte ich auch ein tolles Einkommen :-).
    Ich wäre gerne dazu bereit !!!

  • Gut so! .Die Durchblickenden werden langsam mehr und mehr
    der Druck im Kessel steigt.
    1.Grund eins für den Schlamassel tragen die Politiksysteme
    die es den Politikern ermöglichen Wahlgeschenke zu machen die andere (nachfolgenden Generationen(wir?)bezahlen müssen(Kasse und Politik gehören getrennt!)

    2.Die Subprime-Krise hat die Entwicklung nur beschleunigt,es wäre so oder so zur Schuldenkrise gekommen.

    3.Die Deregulierung der Finanzindustrie war ein riesiger Fehler ,mit deren Folgen wir nun konfrontiert werden.

    4.Geld arbeitet nicht,es sind die Menschen die morgens zur Arbeit gehen und Waren herstellen ,die andere benötigen.

    5.Die Finanzindustrie hauptsächlich aus den USA und GB hat jahrelang Geldvermehrung per Mausklich praktiziert und ihre Industriellen Kerne vernachlässigt.

    6. Das Hamsterrad für die arbeitende Bevölkerung,die diese Gewinne letztendlich erwirtschaftet, dreht sich immer schneller. Doch nun fliegt der Hamster langsam aus dem Rad.

    7.Die Politik ist so abhängig von den Banken,dass Sie es aus eigener Kraft nicht mehr schafft die Finanzindustrie zu bändigen.Deshalb bleibt nur der Druck der Straße!!!

    Diese Zeilen schrieb der Geschäftführer eines kleinen Handwerksbetriebes auch im Interesse seiner Mitarbeiter.

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