BDI in der Kritik
Der gelähmte Verband

Eigentlich wollten die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft eine gemeinsame Erklärung zur Finanzkrise herausgeben. Doch der BDI konnte sich nicht zu einer Position durchringen - und so scheiterte das Vorhaben. Jetzt wird Kritik an den internen Abläufen laut.

BERLIN. Die Powerpoint-Präsentation zeigt den BDI der Zukunft. Auf gut 20 Seiten skizziert sie, wie der Bundesverband der Deutschen Industrie seine Arbeit verändern sollte, um besser nach außen zu wirken. Die Präsentation, erarbeitet von Holger Lösch, dem Bereichsleiter Kommunikation und Marketing des BDI, kommt zu dem Ergebnis, man müsse "breiter, vielfältiger, integrierter, koordinierter, offensiver" kommunizieren. Das stimmt. Denn gerade zu Wochenbeginn schien der Verband für einen Moment zur Kommunikation nicht in der Lage, ja war für einen Moment wie gelähmt. Eine gemeinsame Erklärung der vier Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zur Finanzkrise scheiterte, weil der BDI nicht sprachfähig war.

War das nur ein kleiner Schnitzer, wie er im Tagesgeschäft immer mal passieren kann? Die Meinungen darüber gehen auseinander. Von offizieller Seite wird das Thema heruntergespielt: Das sei zwar dumm gelaufen - aber auch kein Beinbruch. Außerdem habe die Gefahr bestanden, eine nichtssagende gemeinsame Erklärung mit vielen Allgemeinplätzen abzugeben.

Eine kleine, aber nicht zu unterschätzende Fraktion innerhalb des BDI und im Umfeld des Verbandes sieht das anders. Sie hält den Vorgang für symptomatisch und weist BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf ein Stück Mitverantwortung zu. Schnappauf, vormals bayerischer Umweltminister und seit einem knappen Jahr im Amt, habe die Organisationsstruktur des Verbandes ganz auf seine Person zugeschnitten. "Dadurch ist ein Flaschenhals entstanden, der den BDI nicht schlagkräftiger macht, sondern schwächt", sagt ein Verbandsfunktionär.

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