Bedingungsloses Grundeinkommen
Fragwürdige Allzweckwaffe

PremiumGeld für jeden soll dabei helfen, Ungleichheit und die Folgen des technischen Wandels zu bewältigen – ein umstrittenes Konzept. Die Befürworter aus den verschiedenen Lagern haben ganz unterschiedliche Interessen im Sinn.

FrankfurtSelten verlaufen die Fronten in einer wirtschaftspolitischen Diskussion so seltsam wie bei diesem Thema. Die Parteichefin der Linken, Katja Kipping, tritt für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ein. Dem haben sich Topmanager wie Telekom-Chef Tim Höttges und Siemens-Chef Joe Kaeser angeschlossen. Der Drogeriekettenbesitzer Götz Werner ficht schon lange dafür. Linken-Politiker Gregor Gysi dagegen hält es für zu teuer und unsolidarisch – und der Geschäftsführer der wirtschaftsliberalen Friedrich August von Hayek-Gesellschaft, Gerd Habermann, befürchtet „eine extreme Abhängigkeit der Bürger vom Staat“.

Der seltsame Frontverlauf erklärt sich daraus, dass die Befürworter aus den verschiedenen Lagern ganz unterschiedliche gesellschaftliche Probleme im...

 
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