Bericht der FAZ bestätigt
Bundesbank kritisiert IWF-Goldverkauf

-Die Deutsche Bundesbank hat erhebliche Vorbehalte gegen die Verwendung von Goldreserven des Internationalen Währungsfonds (IWF) zum Schuldenerlass für arme Entwicklungsländer.

HB FRANKFURT. Sie hat einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) bestätigt. „Wir haben stets darauf hingewiesen, dass der IWF keine Entwicklungshilfe-Institution ist und dass seine allgemeinen, aus den Währungsreserven der Notenbanken stammenden Mittel nicht für Entwicklungshilfe-Aufgaben eingesetzt werden sollen“, zitiert die FAZ aus einem internen Schreiben. Die Finanzminister der sieben wichtigsten Industrieländer (G7) hatten den Entwicklungsländern im Februar einen weitgehenden Schuldenerlass in Aussicht gestellt. Zur Finanzierung war auch der Verkauf eines großen Teils der IWF-Goldreserven von 3217 Tonnen Gold ins Gespräch gebracht worden. Ein Sprecher der Bundesbank sagte, er könne alle Zitate aus dem internen Papier der Bundesbank bestätigen.

Die Bundesbank lehnt demzufolge Verkäufe von Gold ebenso ab wie ein Heben stiller Reserven durch eine Neubewertung der Goldbestände, die zu viel niedrigeren Werten als dem Marktpreis in den Büchern stehen. Die stillen Reserven seien wichtig als zusätzliche Sicherheit für die Gläubiger des IWF, vor allem in Zeiten fortwährend hoher Kreditrisiken, zitierte die Zeitung weiter aus der Bewertung. Sie seien der Grund dafür, dass die Notenbanken der Geberländer unter anderem zusätzliche Finanzierungsmittel zur Verfügung gestellt hätten. „Ein weitergehendes Abschmelzen der stillen Reserven muss zwangsläufig negative Auswirkungen auf die künftige Finanzierungsbereitschaft der Notenbanken haben.“ Deutschland gehört zu den großen Geberländern des IWF. Viele Fragen der Goldverkaufspläne seien ungeklärt, und die notwendige Mehrheit im Exekutivdirektorium des Fonds sei nicht sicher.

Das Bundesfinanzministerium hatte am Wochenende einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ widersprochen, wonach Finanzminister Hans Eichel (SPD) sich schon auf eine Zustimmung zu Goldverkäufen festgelegt haben soll. „Gemäß der Beschlüsse der G-7 in London setzen wir uns für die ergebnisoffene Prüfung möglicher Finanzierungsquellen eines multilateralen Schuldenerlasses ein“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Dazu zähle auch der Umgang mit den Goldreserven des IWF.

Einen vollständigen Schuldenerlass für einen größeren Kreis von Entwicklungsländern halte die Bundesbank außerdem für falsch. „Die betroffenen Entwicklungsländer sollten nicht vollständig aus der Verantwortung für frühere wirtschaftspolitische Fehler entlassen werden“, hieß es weiter in der Stellungnahme.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%