Bericht
Drastischer Anstieg von mautfreien Lastwagen

Die Spediteure suchen offenbar nach neuen Wegen, um die Lkw-Maut zu umgehen. Im ersten Halbjahr nach dem Start der Gebühr sind deutlich mehr leichtere und damit mautfreie Lastwagen in Deutschland zugelassen worden.

HB BERLIN. Die Zahl der Zulassungen von Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht zwischen 7,5 Tonnen und der Maut-Grenze von zwölf Tonnen stieg um fast 37 Prozent gegenüber 2004, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Dagegen gingen sie für Fahrzeuge mit einem Gewicht zwischen zwölf und 18 Tonnen um gut fünf Prozent zurück.

Der Lobbyverband „Allianz pro Schiene“ sprach von ersten Anzeichen, dass die Maut nicht für weniger, sondern für mehr Verkehr auf der Straße sorge. Was vorher in einem schweren Lkw transportiert wurde, werde nun auf zwei kleinere verteilt, sagte Verbands-Geschäftsführer Dirk Flege. „Umweltpolitisch ein Trend in die völlig falsche Richtung.“

Flege fordert wie zuvor schon die Grünen eine Ausdehnung der Maut bis auf Lastwagen mit 3,5 Tonnen. Die Bundesregierung lehnte dies ab: „Das träfe vor allem kleinere und mittlere Unternehmen“, sagte eine Sprecherin. Bei einer Maut-Pflicht würden gerade diese Lastwagen im Nahverkehr vor allem auf kleiner Straßen ausweichen. Der Spediteursverband BGL sprach von Einzelfällen, wenn Unternehmen auf kleinere Lkw auswichen. Dies würde sich meist für die Firmen nicht lohnen.

Tendenz zu kleineren Ladungen

Im ersten Halbjahr 2005 stieg die Zahl der Lkw-Zulassungen insgesamt im Vergleich zu 2004 um knapp fünf Prozent. Als Grund wird von Experten ein Nachholbedarf nach der Konjunkturschwäche der vergangenen Jahre genannt.

Bei den gesondert berechneten schweren Sattelschleppern, die den Großteil des Schwerverkehrs ausmachen, ist allerdings keine Abnahme zu beobachten. Bei diesen Zugmaschinen wurden im ersten Halbjahr 2005 knapp 17 000 zugelassen. Die Zulassungen bei Lastwagen zwischen 7,5 und zwölf Tonnen stiegen auf gut 4100 von 3000 im ersten Halbjahr 2004.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr- und Logistik (BGL), Adolf Zobel, sprach bei den Lastwagen knapp unter zwölf Tonnen nur von einem kleinen Marktsegment. Die Verteilung von Ladung auf mehrere Lastwagen würde sich auch nicht lohnen, da dann die Kosten drastisch stiegen.

Es müsse etwa ein weiterer Fahrer beschäftigt werden. „Das ist Unsinn“, sagte Zobel. Es gebe seit längerem eine Tendenz hin zu kleineren Ladungen wie etwa bei Kurierdiensten, für die auch kleinere Transporter gebraucht würden.

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