Bernhard Witthaut
Der neue Klartextredner der Polizei

Der neue Chef der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, stößt auch bei den traditionellen Gegnern der Staatsmacht durchaus auf Sympatie. Denn der 55-Jährige gilt als Mann, der sich vor klarer Sprache nicht scheut. Die Beamten können sich auf einen lautstarken Interessensvertreter einstellen.
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BERLIN. Mit solchem Vorschusslorbeer hat Bernhard Witthaut, der neue Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wohl nicht gerechnet. Die kommunistische Zeitschrift "Rote Fahne", 1918 von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gegründet, steht nicht im Ruf, besonders polizeifreundlich zu sein. Doch dieses Mal ist es anders.

Die "Rote-Fahne-Macher jedenfalls freuen sich auf schön "markige Sätze" von ihm, wie sie auf ihrer Internetseite schreiben. Als Beleg für ihre Prophezeiung zitiert die "Rote Fahne" den neuen GdP-Chef selbst: "Wer längere Laufzeiten für Atomkraftwerke beschließt, darf sich nicht über längere Laufzeiten für Castor-Transporte wundern."

Solche klaren Worte an die Politik hatte zwar auch schon sein Vorgänger Konrad Freiberg des Öfteren gefunden. Doch selten mit jener erfrischenden Frechheit und Formulierlust, die Witthaut an den Tag legt, wenn es eben "markig" klingen soll.

Tatsächlich könnte der bis dato "Stellvertretende Vorsitzende Polizeihauptpersonalrat" in Hannover der richtige Mann sein, die Interessenvertretung der Polizisten zu retten. Denn die hat ihre Arbeit zuletzt im Prinzip auf Personalforderungen reduziert.

Witthaut aber will weitergehen. Angesichts der aktuellen Bedrohungslage durch Terroranschläge sagte der 55-Jährige: "Der Einsatz bei Terroralarm wurde bisher wenig trainiert." Im Klartext heißt das: Der oberste Anwalt der Polizisten bezweifelt, dass die Sicherheitskräfte bei einem tatsächlichen Terroranschlag ausreichend gewappnet sind. Witthauts Amtszeit könnte also spannend werden. rks

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