Betreuungsgeld
Beckstein droht mit den Krallen des bayerischen Löwen

Bayerns neuer Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) hat seine Forderung nach Einführung eines Betreuungsgeldes bekräftigt. Familienministerin Ursula von der Leyen, die die Leistung ablehnt, müsse sich warm anziehen, wenn sie ihren Widerstand nicht aufgebe.

HB MÜNCHEN. „Wenn eine Frau ihr Kind zwischen eins und drei selber zu Hause erziehen will und deswegen auf Lebensstandard verzichtet, dann verdient das nicht Kritik, sondern Lob und Anerkennung“, sagte Beckstein in der „Münchner Runde“ des Bayerischen Fernsehens. „Ich werde deshalb für das Betreuungsgeld eintreten.“

An die Adresse von der Leyens (CDU) sagte Beckstein: „Das ist in der Koalition vereinbart, und dann kann man auch erwarten, dass die Bundesfamilienministerin sich an so etwas hält. Und wenn das nicht der Fall ist, dann wird der bayerische Löwe seine Zähne und Krallen sehr, sehr deutlich zeigen“.

In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung beklagte Beckstein zudem den Zustand der CDU. „Wahlziele und auch Ergebnisse unter 40 Prozent - wie in manchen Bundesländern - sind für eine so große Volkspartei wie die CDU nicht zufriedenstellend.“ Unionsziel müsse es sein, die große Koalition in zwei Jahren zu beenden. „Der Vorrat an Gemeinsamkeiten zwischen Union und SPD geht zu Ende.“

Zu seiner Amtszeit erklärte der bisherige bayerische Innenminister, er gehe davon aus, mindestens fünf Jahre Ministerpräsident zu bleiben. „Ich hätte es nicht akzeptiert, nur ein Übergangskandidat für zwei Jahre zu sein“, sagte Beckstein. Der CSU-Parteitag habe ihn zum Spitzenkandidaten auch für die Landtagswahl 2008 nominiert. „Insofern ist die Frage zumindest für die dann folgenden fünf Jahre beantwortet.“

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