Bilden Peters und Huber neues Duo?
Bewegung im IG-Metall-Führungsstreit

IG-Metall-Chef Klaus Zwickel wird am heutigen Montag eine Erklärung zur Führungskrise der IG Metall abgeben. Zu einer Pressekonferenz um 13.00 Uhr in Frankfurt lud die Gewerkschaft am Montagmorgen ein. Zwickel hatte am Freitag eine Pressekonferenz überraschend abgesagt. In Frankfurt kommen am Montag die geschäftsführenden Vorstandsmitglieder der IG Metall zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammen.

HB/dpa DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die „Bild“-Zeitung berichtete am Montag, dass Zwickel seinen Rücktritt als Gewerkschaftschef erklären und damit den Weg für einen Neuanfang freimachen wolle.

Die IG Metall hat am Wochenende ihre Bemühungen um eine Beilegung ihrer Führungskrise verstärkt. Nach Medienberichten haben Vize-Chef Jürgen Peters und Berthold Huber, Bezirkschef der IG Metall in Baden-Württemberg, seit einigen Tagen wieder direkten Kontakt miteinander. Beide waren bereits im April vom Vorstand der IG Metall zum Duo an der Spitze der Gewerkschaft nominiert worden – Peters als Erster, Huber als Zweiter Vorsitzender.

Huber hatte aber am 8. Juli seine Kandidatur im Rahmen des Vorstandsstreits über die Verantwortung für den gescheiterten Streik in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie zurückgezogen. IG-Metall-Chef Klaus Zwickel scheidet im Herbst aus Altersgründen aus. Über seine Nachfolge soll Ende August auf einem vorgezogenen Gewerkschaftstag entschieden werden.

Ob es dabei tatsächlich zu der Wiederauflage des Kandidatenpaares Peters und Huber kommen wird, war am Sonntag offen. Ebenso war unklar, ob eventuell für die nächste Vorstandssitzung am Mittwoch nicht nur Vorschläge für die Spitze sondern bereits für den gesamten Vorstand unterbreitet werden, der von zehn auf sieben Mitglieder verkleinert werden soll. Dies könnte dem Vorstand eine Entscheidung erleichtern, sofern sich beide Lagerpositionen in einem solchen Personaltableau angemessen wiederfinden.

Jürgen Stamm, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Stuttgart und Mitglied des IG-Metall-Vorstandes, sagte gestern dem Handelsblatt: „Wir wollten eine Lösung mit Huber; wir haben jetzt den Eindruck, wir bekommen eine.“ Offiziell bemüht man sich in der IG Metall sehr, die Suche nach einer tragfähigen Personallösung nicht länger über die Medien auszutragen.

Peters Werben um Huber untermauert ein Zitat in „Bild am Sonntag“ (BamS): „Ich bin überzeugt: Huber und ich wären ein gutes Team, weil wir zusammen am ehesten in der Lage sein werden, die Einigung der IG Metall zu erreichen.“ Unterstützung fand Peters erneut in Niedersachsen. Der Sprecher des IG- Metall-Bezirks Hannover Jörg Köther sagte der BamS, sein Bezirk „hält an der Tandemlösung mit Peters an der Spitze fest“. Peters war wegen des gescheiterten Streiks gewerkschaftsintern massiv unter Druck geraten, lehnt aber bislang Rücktritt wie Verzicht auf eine Kandidatur als Zwickel-Nachfolger ab. Huber gilt gegenüber Veränderungen in der Tarif- und Sozialpolitik als aufgeschlossener als Peters.

Für zusätzliche Irritationen hatte am Freitag gesorgt, dass Zwickel eine am Tag davor überraschend angesetzte Pressekonferenz ebenso überraschend wieder abgesagt hatte. „Was Zwickel vor hatte, weiß keiner“, heißt es in Vorstandskreisen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer, zugleich Mitglied im Bundesvorstand der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) , forderte die IG Metall gestern auf, die „Chance in der Krise zu nutzen“ und den Mut zu haben, „mehrere Kandidaten durch Mitgliederentscheid auszuwählen“. Dabei sollten auch Betriebsratsvorsitzende zur Wahl stehen, die Erfahrungen in einer modernen und flexiblen Tarifpolitik hätten, sagte Schummer dem Handelsblatt.

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