Bildungspolitik
Länder ringen um Einheits-Abitur

Mehrere Bundesländer arbeiten an Plänen für ein gemeinsames Abitur. Doch der Widerstand formiert sich. Denn Prüfungen zur gleichen Zeit könnten letztlich zu einem Ferienchaos führen.
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BerlinZwischen den Bundesländern ist Streit um ein gemeinsames Abitur für ganz Deutschland offen zutage getreten. Kurz vor der nächsten Kultusministerkonferenz (KMK) zeigte sich deren Präsident, Hamburgs Senator Ties Rabe (SPD), optimistisch für eine Einigung. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) warb für eine Angleichung. Nordrhein-Westfalens Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) lehnte ein einheitliches Abitur hingegen strikt ab.

Rabe sagte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin: „Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, Regelungen für alle 16 Bundesländer zu verabreden, wie ein gemeinsames Abitur gestaltet werden kann.“ Er betonte: „Es ist wichtig und richtig, die Abiturprüfungen zwischen Flensburg und Oberstdorf auf ein vergleichbares Niveau zu bringen, so dass es keine Leistungs- und Anspruchsunterschiede mehr gibt.“ Darin seien sich die Kultusminister auch einig.

„Kommt es demnächst zu einer konkreten Vereinbarung auf KMK-Ebene, wäre dies ein gewaltiger Schritt, den es lange nicht gegeben hat.“ Spaenle sagte der dpa: „Wir laden alle Länder dazu ein, gemeinsam zwei Grundrechte in Einklang zu bringen, das Grundrecht auf Bildung und das auf Freizügigkeit und Mobilität.“ Bayern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen sowie Hamburg wollten nun gemeinsam vorangehen, sagte Spaenle. Im April würden Lehrern und Schülern Musteraufgaben vorgestellt.

Vorgesehen sei, dass im Herbst 2013 Probeklausuren geschrieben werden. Ab 2014 sollten gemeinsame Aufgaben und Aufgabenteile in den Abiturprüfungen der beteiligten Ländern in Deutsch, Englisch und Mathematik genutzt werden. Entsprechende Ankündigungen waren auch aus Niedersachsen gekommen.

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Warnung vor „unausgegorenen Forderungen“

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  • Kleinster gemeinsamer Nenner ?

    eine Angleichung wird nur den Prüfungsniveau nach unten absenken, Länder wie Hamburg, Bremen würden sonst ein Desaster erleben.

    Schon jetzt gibt es ja den Bildungstourismus gen Norden. Abiturienten, die in BY das Abitur nicht schaffen, amchen in Hamburg das Notabitur

  • Ich kann mich noch gut an einen Kommilitonen aus Friesland erinnern. Dieser hatte in der Oberstufe Mathe abgewählt. Also nicht nur nicht in den Abischnitt sondern überhaupt kein Unterricht. Wie kann jemand in Deutschland so die allgemeine Hochschulreife attestiert bekommen.
    Die Quittung hat er dann nach den Höhere Mathematik-Prüfungen erhalten.

    Sollte deutschlandweit ein Zentralabitur auf Niveau Baden-Württembergs oder Bayern eingeführt werden sage ich in Berlin Durchfallquoten von 25 Prozent voraus.

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