Bis zu 1,89 Prozent mehr Geld
Einigung im bayerischen Einzelhandel erzielt

Auch der Tarifstreit im bayerischen Einzelhandel ist beigelegt.

HB/dpa MÜNCHEN. Die rund 380 000 Beschäftigten sollen nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi je nach Einkommensgruppe in zwei Stufen zwischen 1,7 und 1,89 Prozent mehr Geld erhalten. Einen entsprechenden Kompromiss erzielten Arbeitgeber und Verdi am Freitagmorgen nach 17-stündigen Verhandlungen in der achten Gesprächsrunde.

Der Abschluss ist der fünfte in diesem Jahr für den Einzelhandel in einem Bundesland. Zuvor gab es Tarifeinigungen in Hamburg, in Rheinland-Pfalz, im Saarland und zuletzt in Hessen. Beide Tarifparteien werteten den bayerischen Abschluss positiv: „Dieser Tarifabschluss in Anlehnung an die Pilotvereinbarung in Hamburg ist ein vertretbarer Kompromiss“, erklärte der Vorsitzende der Tarifkommission des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels (LBE), Georg Lutter.

Die Verdi-Verhandlungskommission empfahl einstimmig die Annahme des neuen Gehalts- und Lohn-Tarifvertrages. Die Einigung sieht Zuschläge für die Beschäftigten von 20 Prozent an langen Samstagen von 14.30 Uhr an und werktags von 18.30 Uhr an vor. Die Erhöhung der Löhne und Gehälter soll vom 1. August an jeweils in diesem und im nächsten Jahr gelten bei je drei vorgeschalteten Nullmonaten zwischen Mai und Juli. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten. Die Beschäftigten haben auf eigenen Wunsch einen Anspruch auf einen freien Samstag pro Kalendermonat.

Vom Volumen umfasst die Einigung durch die Nullmonate Lutter zufolge Einkommenserhöhungen von jeweils 1,35 Prozent und berücksichtigt damit die schwierige Situation des Einzelhandels. Auch für das laufende Jahr erwartet der LBE Umsatzrückgänge. Nach Einschätzung von Verdi ging mit dem Tarifabschluss der „bislang heftigste Arbeitskampf“ zu Ende. Landesweit hatte es den Angaben zufolge mehr als 100 Protestaktionen gegeben.

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