Börsengang
Neue Koalition forciert Bahn-Privatisierung

Nach dem schwarz-gelben Regierungswechsel wollen die künftigen Koalitionsparteien CDU/CSU und FDP einen neuen Anlauf zur Teilprivatisierung der Deutschen Bahn unternehmen. Auch bei dem neuen Anlauf sollen aber Teile der Bahn in Staatshand bleiben.

HB BERLIN. "Sobald es der Kapitalmarkt zulässt, wollen wir die Transportgesellschaften verkaufen", sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Dirk Fischer, dem "Tagesspiegel". "Wir wollen die Privatisierung", sagte Unions- Fraktionsvize Hans-Peter Friedrich (CSU). Und der FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring stellte fest: "Wir werden das auf jeden Fall im Koalitionsvertrag dokumentieren." Keiner der drei nannte einen Zeitplan. Bahnchef Rüdiger Grube hatte zuletzt von einem möglichen Börsengang nicht vor 2013 oder 2014 gesprochen.

Die Bahn ist seit 1994 privatrechtlich als Aktiengesellschaft organisiert, aber zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes. Für den geplanten Börsengang wurde die Tochter DB Mobility Logistics gegründet, die zu 24,9 Prozent an private Investoren gehen sollte. Der Teilverkauf scheiterte im vergangenen Oktober an der Finanzmarktkrise. Im Frühjahr sagte Kanzleramtsminister Thomas de Maizière (CDU), die Regierung halte an der Teilprivatisierung fest, sobald dies zu "vertretbaren Bedingungen" möglich sei. Die SPD verabschiedete sich hingegen von dem Projekt.

Fischer sagte der Zeitung, bei einem neuen Anlauf sollten Gleise und Bahnhöfe in Staatshand bleiben. Der Bund solle sich dann schrittweise von seinem letzten Großbetrieb trennen wie bei der Lufthansa.

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