Brand in Bundeswehkaserne
Polizei vermutet Militärgegner hinter dem Anschlag

Nicht einmal 24 Stunden nach dem Brandanschlag auf 16 Fahrzeuge der Bundeswehr im Norden Sachsen-Anhalts verfolgt die Polizei eine erste Spur. Sie führt die Ermittler in ein Zeltlager von Militärgegnern.
  • 15

MagdeburgBei einem Brandanschlag auf eine Kaserne der Bundeswehr im Norden Sachsen-Anhalts ist ein Schaden von mindestens zehn Millionen Euro entstanden. 16 Fahrzeuge, darunter Lastwagen, Spezialfahrzeuge und Radpanzer, wurden teils schwer beschädigt, wie die Polizei in Magdeburg mitteilte. Eine erste Spur zu den Tätern führte in ein Zeltlager von Bundeswehrgegnern. Dort wurde ein Auto sichergestellt. „Ob es eine heiße Spur ist, ist noch unklar“, sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Stefan Brodtrück, am Sonntag.

Die Täter waren in der Nacht zu Samstag auf das Gelände der Elb-Havel-Kaserne in Havelberg gelangt und hatten mehrere Brandsätze deponiert. Verletzt wurde niemand. Allerdings griffen die Flammen auch auf einen Unterstand für die Fahrzeuge über.
Die Polizei schloss einen Zusammenhang mit Protesten gegen die Bundeswehr am 70 Kilometer entfernten Truppenübungsplatz Altmark nicht aus. „Ein Anschlag dieses Ausmaßes stellt eine bislang in Sachsen-Anhalt nie dagewesene Art der Gewalt gegen die Bundeswehr dar“, erklärte die Polizei.

Zu den Protesten gegen die Bundeswehr auf dem Übungsplatz, der zu den größten Europas zählt, hatte eine Gruppe mit dem Namen „War starts here“ (Krieg beginnt hier) aufgerufen. Laut Polizei kamen am Wochenende bis zu 250 Menschen. Zur zentralen Kundgebung erschienen 80 Menschen. Am Rande der friedlichen offiziellen Veranstaltungen wurden laut Polizei zahlreiche Straftaten begangen.

So seien mehrfach Bundeswehrgegner in kleinen Gruppen auf das 23.000 Hektar große Gelände des Truppenübungsplatzes eingedrungen. Sie hätten mehrere Farbanschläge verübt. Die mit einem Großaufgebot angerückte Polizei stellte in 40 Fällen Gegenstände wie Spraydosen, Farbbeutel sicher – auch „Krähenfüße“, mit denen Autoreifen zum Platzen gebracht werden können. Die Beamten leiteten 58 Strafverfahren ein.

In einer Mitteilung erklärte die Kampagne „War starts here“, man habe auch nur aus der Presse von dem Anschlag auf die Bundeswehr-Fahrzeuge erfahren. Ein von der Polizei suggerierter Zusammenhang der Demonstration mit dem Anschlag sei ein Kriminalisierungsversuch. „Was in Havelberg passiert ist, bewerten wir als eine Aktion zur Abrüstung von Kriegsgerät“, hieß es in der im Internet verbreiteten Mitteilung.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Brand in Bundeswehkaserne: Polizei vermutet Militärgegner hinter dem Anschlag"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • na mal abwarten, das ist doch sicher wieder so eine abgekartete sache wie in dresden.
    dort waren auch alle kameras zufällig aus und alle wachleute haben geschlafen, während 2 leute dort über einen mehrere meter hohen zaun mit ner leiter geklettert sein sollen um dort dann eine unmenge an viele kilo schweren brandsätzen zu legen und ungestört und unerkannt wieder rauszuspazieren.

    ich mein, wer glaubt denn sowas noch?

  • Schlichte Brandstiftung ist ein kriminelles Delikt. Aber der Anschlag ist auch Ausdruck dafür, daß mit Abschaffung der Bundeswehr mutwillig eine gesellschaftliche Klammer entfernt wurde, die für das Sozialgefüge (zumindest für das deutsch sprechende)sehr wichtig war. Aber Deutschland schafft sich eh ab, da brauch man dann sowieso keine Bundeswehr mehr.

  • Vielleicht mal für unsere Oberlinken:
    Rechte begehen keine Straftaten an der Budneswehr
    Das sind Linke!
    Wie damals bei der Antifa
    Und die ganzen linken Pöbler läßt der Staat ja im Grudne genommen zufrieden

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%