Brief an SPD-Fraktionsvize Poß
Wirtschaft verteidigt Job-Verlagerung

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben die Verlagerung von Arbeitsplätzen und damit verbundene Steuervorteile verteidigt. Die Kritik von Ministerin Künast wiesen sie zurück.

HB BERLIN. Vertreter der deutsche Wirtschaft halten wenig von der Forderung von Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne), Firmen Steuervorteile zu streichen, wenn sie Jobs ins Ausland verlagern. Das geht aus einem Brief der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vor, berichtete die «Chemnitzer Freie Presse». Die Verbände kritisierten darin vor allem die von den Grünen angestoßene Debatte über steuerliche Abzugsverbote von Auslandsinvestitionen. Sie sehen in den Forderungen eine Gefährdung für den Standort Deutschland.

Deutsche Produkte seien auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig, falls auf Zulieferungen von Tochterunternehmen aus dem Ausland verzichtet werde, hieß es in dem Brief an den Vizefraktionschef der SPD im Bundestag, Jochen Poß. Das Schreiben wurde von acht Verbänden unterzeichnet, darunter der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA).

«Die ohne Rücksicht auf belastbare Faktoren geführte öffentliche Debatte über den so genannten Job-Export» werde mit großer Besorgnis verfolgt, hieß es. Deutsche Unternehmen könnten sich im internationalen Wettbewerb nur behaupten, wenn sie kostengünstige Produktionsmöglichkeiten nutzten. Ohne Zulieferung von ausländischen Tochterfirmen wären deutsche Produkte auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig.

Außerdem würden mit Auslandsinvestitionen auch Arbeitsplätze im Inland geschaffen, hieß es in dem Brief. So seien laut DIHK-Umfrage 300.000 Jobs durch den Ausbau der Geschäftsbeziehungen mit den neuen Mitgliedsstaaten der EU entstanden.

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