Bürger: Führungswechsel erfordert keine Neuwahlen
Deutsche glauben nicht an Verbesserung des SPD-Ansehens

Auch nach dem Führungswechsel in der SPD bessert sich die Stimmung an der Basis nicht. Laut Umfrage glauben nur ein Drittel der Mitglieder, dass der Schritt der Partei nützt.

HB BERLIN. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Forsa erwarten nur 20 Prozent der Bundesbürger, dass der Rücktritt von Bundeskanzler Gerhard Schröder als Parteivorsitzender das Ansehen der SPD in der Öffentlichkeit verbessert. 70 Prozent gehen davon aus, dass der Rücktritt der Partei nicht nützt. Von den SPD-Anhängern rechnete nur jeder Dritte mit einem Stimmungswechsel.

Forsa-Chef Manfred Güllner erwartet jedoch, dass der Wechsel an der SPD-Spitze dazu führt, dass Schröder als Kanzler gestärkt wird. Er rechne damit, dass es in der SPD wieder ruhiger werde, sagte Güllner am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. «Mittelfristig ist das die richtige Entscheidung. Sie wird den Kanzler stärken.»

Einen Grund für Neuwahlen, wie sie die Opposition fordert, kann Güllner nicht erkennen. «Ich glaube, dass es für die Menschen nicht so wichtig ist, wer Parteivorsitzender ist», sagte er. «Das ist vor allem für die Vereinsmitglieder entscheidend.» Die Argumente der Opposition seien deshalb für die Bürger nicht nachvollziehbar. «Sie sehen die Regierungsarbeit nicht beeinträchtigt und damit besteht auch kein Grund für Neuwahlen», sagte Güllner.

Der Umfrage zufolge sind rund ein Drittel der Bundesbürger für Neuwahlen, 59 Prozent dagegen. Von den Unionsanhängern plädierte allerdings eine Mehrheit von 58 Prozent für Neuwahlen. Weitere Ergebnisse: 61 Prozent der rund 1000 Befragten rechnen damit, dass Schröder bis zum Ende der Legislaturperiode Kanzler bleibt. 33 Prozent erwarten dagegen einen vorzeitigen Wechsel an der Regierungsspitze.

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