Bund gegen Länder
Keine Lösung im Streit um Bankenabgabe

Bund und Länder wollen mehr Geld von den Banken eintreiben - aber wie das geschehen soll, ist umstritten. Die Zahlenspielereien der Bürokraten könnte die Abgabe gefährden.
  • 4

BerlinZwei Tage vor der entscheidenden Abstimmung im Bundesrat liegen Bund und Länder wegen der Bankenabgabe im Clinch. Die Länder hatten sich einstimmig darauf verständigt, dass die Bankenabgabe nach dem durchschnittlichen Jahresergebnis der letzten fünf Jahre bemessen werden soll. Negative Jahresergebnisse der Banken sollten dabei aber ignoriert, das heißt mit „null“ bewertet werden.

Gegen diesen Passus erheben das Bundesfinanz- und das Bundesjustizministerium nach Informationen des Handelsblatts (Donnerstagsausgabe) verfassungsrechtliche Bedenken. Das würde gegen den Grundsatz der Abgabengerechtigkeit verstoßen, heißt es in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an die Länderfinanzminister von Bayern und Rheinland-Pfalz. Dagegen haben für Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) die verfassungsrechtlichen Bedenken „kein ausreichendes Gewicht“, so der Politiker in einem Brief an Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der dem Handelsblatt vorliegt.

Bedenken macht die Regierung auch bei der vom Bundesrat vorgesehenen Freigrenze von 500 Millionen Euro geltend. Unterhalb dieser Bilanzsumme sollen Banken von der Bankenabgabe ausgenommen werden. Viele Genossenschaftsbanken und Sparkassen würden damit aus der Abgabenpflicht fallen. Das würde zu strukturellen Mindereinnahmen führen, die nicht kompensiert werden können, warnt die Regierung.

Mit der Bankenabgabe soll die Kreditwirtschaft künftig selbst Vorsorge für Krisenfälle betreiben. Ursprünglich hatte die Bundesregierung mit Einnahmen durch die Bankenabgabe von rund 1,3 Milliarden Euro gerechnet, wobei die Deutsche Bank rund 500 Millionen Euro beisteuern sollte. Durch legale Bilanztricks kann die Deutsche Bank ihren Obolus allerdings auf 100 Millionen Euro drücken. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus. Daraufhin besserte der Bundesrat nach. Künftig werden bei der Deutschen Bank wohl jährlich 250 Millionen Euro fällig.

Kommentare zu " Bund gegen Länder: Keine Lösung im Streit um Bankenabgabe "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • die fdp ist wie ein klotz am bein. naja. wieso streikt eigentlich keine in deutschland? in griechenland sind die nun soweit, dass es eventuell neuwahlen gibt. wenn keiner streikt und seine unzufriedenheit öffentlich zeigt, wirds nie was mit veränderungen. die deutsche bank wird schon ihre schäfchen im trockenen halten. gerade hier wird sie sich durchsetzen können, aber im us-raum wirds brenzlich für die bankster. dort hat man längst begriffen, dass die banken nicht unendlich geld verbrennen dürfen, dass sie per dekret einfach inflationär selber drucken können.

  • Die arme Deutsche Bank u.der arme Herr Ackermann können die geforderte Bankenabgabe von 500 Millionen Euro nicht zahlen .Durch Bilanztrickserei soll die arme DB jetzt
    nur 250 Millionen Euro zahlen .
    Ackermann muß doch seine Boni von 10 Millionen Euro
    auf dem Konto haben sonst muß er doch verhungern !

  • daher immer schön die Regierungsparteien wählen - nicht, dass sich am Ende noch was ändert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%