Bundeskanzler wirbt für deutsche Ambitionen
Schröder: Italien soll sich um Uno-Sitz bewerben

Italien soll nicht nur die deutschen Ambitionen auf einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat kritisieren, fordert Bundeskanzler Schröder. Stattdessen solle es gegen Deutschland kandidieren.

HB BERLIN.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat Italien aufgefordert, gegen Deutschland für einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu kandidieren. Falls bei einer Erweiterung des Gremiums ein zusätzlicher europäischer Sitz zu vergeben sei, sollte sich Italien im Wettbewerb mit Deutschland um diesen bemühen, sagte Schröder am Freitag in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Dann müsste die UN-Vollversammlung entscheiden. Italien ist bisher das einzige Land, das sich offen gegen einen deutschen Sitz ausgesprochen hat. Die Italiener müssten sich fragen, ob «eine reine Negativstrategie die richtige Strategie» sei, sagte Schröder am Rande des Asien-Europa-Treffens, bei dem die 25 EU-Staaten und 13 asiatische Länder vertreten sind. Am kommenden Mittwoch trifft der Kanzler in Rom zu Gesprächen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zusammen. Die Differenzen hinsichtlich einer Erweiterung des Sicherheitsrats dürften dabei zu den Hauptthemen gehören.

Der Kanzler nutzte den Gipfel in Hanoi, um für seine Forderung nach einer Reform und Erweiterung des UN-Sicherheitsrats zu werben. Deutschland bewirbt sich zusammen mit Japan, Indien und Brasilien um eine ständige Mitgliedschaft in dem Gremium.

Schröder sprach sich auch für eine engere Kooperation von Europa und Asien in internationalen Gremien aus. Informelle Kontakte sollten in den Vereinten Nationen intensiviert und in anderen Gremien wie der Welthandelsorganisation (WTO) neu aufgebaut werden. «Europa und Asien könnten so ihre gemeinsamen Interessen auch gegenüber unseren anderen Partnern stärker deutlich machen», sagte der Kanzler.

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