Bundesregierung
Kabinett deckelt Managerbezüge

Die Bundesregierung hat nach monatelangen Diskussionen neue Regeln zur Begrenzung der Managergehälter beschlossen. Der verabschiedete Gesetzentwurf sieht unter anderem die Kürzung von Spitzengehältern durch den Aufsichtsrat vor, wenn das Unternehmen in Schwierigkeiten gerät.

HB BERLIN. Mit dem Gesetz soll vor allem erreicht werden, dass sich Manager stärker für das Wohl ihres Unternehmens engagieren. Folgerichtig sollen die Bezüge der Führungskräfte stärker an der langfristigen Unternehmensentwicklung ausgerichtet werden.

Unter anderem soll bei schlechter Entwicklung des Unternehmens Managervergütung auch während der Vertragslaufzeit vom Aufsichtsrat gekürzt werden. Unterlässt der Aufsichtsrat das, können seine Mitglieder dafür persönlich haftbar gemacht werden. Aktienoptionen der Manager sollen künftig erst nach vier und nicht mehr nach zwei Jahren ausgeübt werden dürfen. Entscheiden über die Vorstandsbezüge soll künftig der gesamte Aufsichtsrat und nicht mehr nur ein Ausschuss. Die Haftung für Aufsichtsräte soll generell verschärft und die Offenlegung der Vergütungen verbessert werden.

Zudem müssen die Gehälter künftig in einem angemessenen Verhältnis zu der Leistung des Managers und sonstigen Gehältern in der Branche stehen. Die Koalition hatte sich nicht auf Höchstsummen für die Bezahlung einigen können. Es laufen aber noch weitere Gespräche. Auch in der Union mehren sich die Stimmen, die die steuerliche Absetzbarkeit von Managergehältern einschränken wollen. Ab einem Betrag von einer Million Euro sollen sie nach einem SPD-Vorschlag nicht mehr von den Unternehmen als Betriebsausgaben abgesetzt werden können.

Im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens könnten noch weitere Verschärfungen einfließen. Die Wirtschaft hat eine Orientierung am langfristigen Erfolg überwiegend als richtig bezeichnet, aber grundsätzliche Bedenken angemeldet, Vergütungsfragen staatlich über Gesetze zu regeln.

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