Bundesregierung prüft
Union knüpft EADS-Fusion an Bedingungen

Die Bundesregierung prüft die Fusion von EADS und BAE, auch wenn das gar nicht ihre Sache ist. Aber die CDU-Fraktion sieht viele nationale Interessen betroffen. Daher dürfe man die Entscheidung nicht Managern überlassen.
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BerlinDie Fusionspläne von Europas Luft- und Raumfahrtkonzern EADS mit der britischen BAE Systems zum globalen Rüstungsgiganten werden in der CDU im Bundestag grundsätzlich begrüßt, aber an Bedingungen geknüpft. Es seien hier „im höchsten Maße volkswirtschaftliche, technologiepolitische, industriepolitische und sicherheitspolitische Interessen betroffen, die nicht durch die Vorstände entschieden werden können“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Joachim Pfeiffer (CDU), Handelsblatt Online. „Deutschland hat hierbei viel zu verlieren.“

Es gehe hier nicht nur um den Unternehmenssitz, sondern auch um Produktionsstandorte und damit Arbeitsplätze sowie den Erhalt von Wertschöpfung und technologischer Kompetenz, sagte Pfeifer. „Dies sind Fragen von nationalem Interesse.“

EADS-Vorstandschef Thomas Enders und seine Teams verhandeln bereits seit Ende August mit den Regierungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA, um die politische Unterstützung für das komplexe Vorhaben zu sicher. In den beteiligten Unternehmen wird darauf verwiesen, dass man natürlich die politische Unterstützung von Berlin wolle. Formal könne die deutsche Seite aber den Deal nicht blockieren könne, da sie - anders als Frankreich oder Großbritannien - keine direkten Anteile an der EADS hält.

Dagegen betont Pfeiffer, dass Deutschland viele Milliarden Euro an Steuergeldern in den Aufbau des Unternehmens EADS gesteckt habe. „Daher ist für mich klar, dass eine Entscheidung über eine Fusion eine hohe Bedeutung für die Zukunft des Wirtschafts- und Technologiestandorts Deutschland hat“, sagte er. Die Letztentscheidung in dieser „hoch politischen Frage“ müsse daher die Bundesregierung treffen.

Grundsätzlich wird in Berlin der Zusammenschluss nicht infrage gestellt, aber es gibt Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Regierungskoalition über die künftige Struktur und die Art der Einflussnahme auf das neue Unternehmen. Nach anfänglich verbreiteter Skepsis seien weite Teile der Bundesregierung inzwischen positiv gestimmt. Allerdings gebe es eine "kleine Minderheit", die aus industriepolitischen Gründen Bedenken habe und einen deutschen Einflussverlust befürchte, heißt es.

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  • „Deutschland hat hierbei viel zu verlieren.“
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    Deutschland hat schon verloren.
    Und zwar auf ganzer Linie.
    Wo nur noch Dilettanten und vor allem Leute am Werk sind, die von Deutschfeindlichkeit geprägt sind, können wir nichts mehr erwarten.
    Kaum ist das politikfreundliche Urteil des Budesverf.-Gerichts raus, geht es rund.
    Draghi führt sich auf wie ein neuer Führer, Großbetreibe und deutsche Technik sollen verschwinden.
    Offenkundig ist mit diesem Urteil nun jede Hemmschwelle weg.

  • eingreiffen
    ich denke, Sie werden Recht behalten.
    Merkel hat keine deutschen Interessen, das hatte sie nie

  • Deutschland wird mit Hilfe der politischen Handlanger in Berlin und den Landesparlamenten ausgeplündert. Steuermilliarden, Technologie.....zurück bleibt eine leere Hülle. Ist es das, was Merkel und Konsorten wollen?

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