Angela Merkel
Die Unbesiegbare

Steinbrück kann sich noch so sehr abstrampeln, gegen die Kanzlerin ist er chancenlos. Weil sie nicht kämpfen will, hat sie die Wahl quasi schon gewonnen. Experten sind überzeugt: Ihr Mutti-Image hilft ihr dabei ungemein.
  • 189

BerlinWas haben sich Politiker, Parteienforscher, Anhänger und Gegner schon den Kopf über Angela Merkel zerbrochen. Und alle fragen sich dabei, wie es die Kanzlerin eigentlich hinbekommt, dauerhaft auf der Sympathiewelle zu schwimmen. Eigentlich dürfte sie das gar nicht, wo sie doch, glaubt man den vielen Merkel-Biografen, eine „Zauder-Künstlerin“, eine „Mutter Blamage“ oder sogar eine „Patin“ sein soll. Vielleicht ist die Sache mit Merkel gar nicht so komplex, wie sie erscheinen mag. Heinrich Oberreuter, langjähriger Politikbeobachter und Professor an der Universität Passau, hat eine einfache wie plausible Erklärung für die Dauer-Überfliegerin Merkel: „Eigentlich sage ich es ungern“, sagt er kleinlaut, „aber das Mutti-Image hilft ungemein“.

Was Oberreuter meint, illustriert auf wunderbare Weise auch ein Foto von Merkel vor dem Abflug in den Urlaub. Es zeigt ihren Mann mit abgewetztem Pilotenkoffer und einer mit Obst bedruckten Supermarkttasche als Reisegepäck. Das Bild unterstreicht nolens volens die absolute Einfachheit und Bürgernähe der Kanzlerin. Für den Politikberater Michael Spreng ist die Botschaft eindeutig: „Die Merkels sind Leute wie du und ich, normal, bescheiden.“

Der Berliner Parteienforscher Gero Neugebauer glaubt sogar, dass Merkel wohl auch kaum etwas dagegen hätte, „die Mehrheit von Deutschlands Wählern in ihrem Hotel Mama, aus dem sie bislang alle fernhalten konnte, die ihr aus der eigenen und aus anderen Parteien hätten gefährlich werden können, auf Dauer zu beherbergen“. Für ihre politischen Gegner mimt sie die Unnahbare, den Bürgern vermittelt sie den Eindruck von Gleichheit. „Sie überfordert nicht, tritt relativ schlicht auf, erweckt den Eindruck von Bescheidenheit („ich verdiene genug“) und gibt, obwohl sie Zeitungen liest, vor, über manches genau so viel oder so wenig zu wissen wie die mehrheitlich nicht mehr zeitunglesenden Bürgerinnen und Bürger“, sagt Neugebauer.

Für die Beurteilung der Bürger scheint offenbar nicht einmal eine Rolle zu spielen, mit welcher Chuzpe Merkel ihre Regierungsarbeit über den Klee lobt, ohne das für den Einzelnen nachprüfbar wäre, ob das mit den schwarz-gelben Regierungserfolgen überhaupt so stimmt. Tatsächlich nimmt auch kaum jemand Merkel die Behauptung ab, dass die derzeitige Bundesregierung die erfolgreichste Bundesregierung seit der Wiedervereinigung sei. Aber dennoch, und das scheint ein weiterer Beleg für Merkels Unangreifbarkeit und also auch Unbesiegbarkeit zu sein: Sie erhält viel Zustimmung, wenn es darum geht, wer die nächsten vier Jahre Deutschland regieren soll.

Sogar die Hälfte der Grünen-Anhänger kann sich mit dem Gedanken anfreunden, dass Merkel nach der Bundestagswahl im Herbst Kanzlerin bleibt. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag von Handelsblatt Online hervor. Die Frage, ob Merkel Kanzlerin bleiben solle, bejahten 45 Prozent der befragten Grünen-Anhänger, 53 Prozent votierten dafür, dass lieber jemand anderes Kanzler werden solle.

Kommentare zu " Angela Merkel: Die Unbesiegbare"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • „[…] also ich muss Ihnen mal ganz ernsthaft sagen, dass das Besatzungsstatut immer noch gilt. Wir haben nicht das Jahr 1945, wir haben das Jahr 2013! Könnte man das nicht mal aufheben und die Besatzung Deutschlands beenden?“ (Gysi (Die Linke), 08.08.2013, Sendung „phoenix vor Ort“ auf dem Sender phoenix, YouTube)), Verballhornung von Rentnern durch Nullrunden und so genannte "Erhöhungen" ihrer durch Lebensleistung wohlverdienten Rentenansprüche um 0,25 %, Waffenhandel mit Saudi-Arabien und anderen Ländern des Nahen Ostens (darunter Schenkung von U-Booten "made in Germany" an Israel, u. a. ohne Ächtung von Massakern im Gaza-Streifen), Pädophilieskandal bei Bündnis 90/Die Grünen, etc. pp..

  • ehemalige ZDF-Intendanten werden zu Lakaien der Regierung (Politik und Medien unter einer Decke - Beispiel: Steffen Seibert (jetziger Regierungssprecher)), Kollektivverarsche der eigenen Bevölkerung (belegt durch eine Vielzahl von gebrochenen Wahlversprechen/Verträgen (Maastricht-, Lissabon-Vertrag) und diversen Zitate, hier exemplarisch anhand einer ehemaligen „FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda“ (sic) und ihrer Unterstützer wie "Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie auf alle Ewigkeit" (Merkel (CDU), 16.06.2005, Berlin (anlässlich der Festveranstaltung "60 Jahre CDU")), "[...] und seien sie einfach froh, dass sie frei ihre Meinung sagen können" (Merkel (CDU), Aschaffenburg am 18.07.2013, Wahlkampfauftritt), "Die multikulturelle Gesellschaft ist grandios gescheitert" (Merkel (CDU), FAZ, 20.11.2004), "Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird auch wirklich nach den Wahlen gilt, und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholt" (Merkel (CDU), August 2008, YouTube), "Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen, die gewählt sind, haben nichts zu entscheiden." (Seehofer (CSU), 20.05.2010 in der Sendung "Pelzig unterhält sich" im BR), „Wir in Deutschland sind seit dem 08. Mai 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen“ (Schäuble (CDU), 21.11.2011, Frankfurt a. M. (auf dem "European Banking Congress")), "Wir müssen den Islam einbürgern." (Künast (Bündnis 90/Die Grünen), Zeit Online, 03.09.2010), "Die Türken haben Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut.", (Roth (Bündnis 90/Die Grünen), 05.10.2004 in der Sendung "Münchner Runde" im BR), "Die Wahrheit vor der Wahl - das hätten Sie wohl gerne gehabt.", (Gabriel (SPD), 01.10.2002, Rheinische Post), ...

  • Jeder, der den etablierten Parteien bei der kommenden Bundestagswahl erneut seine Stimme gibt, muss sich damit anfreunden, zukünftig berechtigterweise als "Narr" tituliert zu werden, ob der Unvorstellbarkeit an Grotesken mit der wir es heutzutage zu tun haben.
    Hier eine durchaus empfehlenswerte "kleine" Auflistung zur Rückbesinnung (kann gerne ergänzt werden): NSA-Spionage (Prism und Tempora schlagen Watergate um das 1000-fache; Nixon musste damals sofort zurücktreten - was ist mit unserer "Mutti der Nation"?), Plagiatoren (Schavan, zu Guttenberg, Koch-Mehrin, Chatzimarkakis, Mathiopoulos, Florian Graf, demnächst wohl auch Herr Lammert, uvm.), ESM-Ermächtigungsgesetz-Zustimmung (bitte Vertragstext lesen und eigene Meinung bilden!), Verfechter von Idiotenprojekten (Stuttgart 21, Flughafen BER, Elbphilharmonie, Bundeswehrdrohnen), Amigo-Affäre in Bayern (= Vetternwirtschaft hoch 9), Mollath-Skandal, NSU-Affäre, Quecksilberleuchtstofflampensympathisanten, potentielle Wasserprivatisierung (allein über die Privatisierung eines lebensnotwendigen Guts nachzudenken disqualifiziert diese Politik a priori), Bahndebakel (DB herunterrationalisiert bis ins Bodenlose), Bestandsdatenveräußerung innerhalb von 57 sec (am 28. Juni 2013, ohne Aussprache im Bundestag, Anzahl der Abstimmenden im Bundestag: max. 30 Abgeordnete), Veruntreuung von Steuergeldern (in Form von so genannten "Rettungsmaßnahmen" in Mrd-Höhe - fließt alles in schwarze Löcher oder zurück zu Goldman Sachs & Co.), Hehlerei (Steuerdaten-CD), Staatsmedienvertrag (GEZ-Zwangsgebühren für die eigene Propaganda mit neuem Namen "ARD-ZDF-Deutschlandfunk-Beitragsservice" - ja, was für ein Service und was für ein "hochqualitatives" Programm, in dem man sich beispielsweise bei Frank Plasberg einen Herrn "Paolo Pinkel", auch besser bekannt unter dem Namen Michel Friedmann, antun muss), ...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%