Serie „Wir sind die Neuen“
Ein Name, der Fluch und Segen ist

Michelle Müntefering ist die Frau von SPD-Legende Franz Müntefering und seit langem Kommunalpolitikerin. In 100 Tagen will sie in den Bundestag. Ihr Name kann ihr dabei helfen, sie aber auch hemmen. Teil drei der Serie.
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HerneDer Obdachlose vor dem Bahnhof in Herne will von ihr nur einen Euro haben. Doch er hat die Rechnung ohne Michelle Müntefering gemacht. Sie bombardiert ihn mit Fragen, während sie nach ihrem Portemonnaie kramt: „Wer bist du? Wo kommst du her?“ Neugierig ist die Herner SPD-Kommunalpolitikerin, man könnte auch sagen: Sie will etwas über den Menschen wissen. Natürlich ist das ihr Job. Denn für Müntefering hat der Wahlkampf begonnen. Im September will sie als SPD-Abgeordnete den Sprung in den Bundestag schaffen.

Dass sie so viel wissen will, könnte auch an der Anwesenheit der Journalisten liegen. Doch es ist wohl mehr als pure Neugierde oder der Job, weshalb Müntefering Fragen um Frage stellt. Bei jeder Gelegenheit an diesem Tag in Herne versucht sie, mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Egal ob Handwerker oder Chef beim Besuch des Unternehmens Reckli und Herne: Sie redet, sie fragt, sie reißt Witze. Es ist einfach ihre Art: offen und gerade heraus. „So ist man eben im Ruhrpott“, sagt sie. „Die Menschen sind hier sehr direkt. Man versteht sich. Das mag ich und ich hoffe, dass ich auch so bin.“

Michelle Müntefering ist 33; die meisten kennen sie wohl weniger als Politikerin, denn als Frau des 40 Jahre älteren SPD-Urgesteins Franz Müntefering. Geheiratet haben die zwei 2009. Seitdem werde sie immer wieder auf diese Ehe angesprochen, sagt sie, vor allem von Journalisten.

Ob ihr Name Fluch oder Segen ist? „Von beidem etwas“, sagt sie. „Manche unterstellen, dass ich „nur“ die Frau eines Politikers bin“, sagt sie. „Dabei wird aber vergessen, dass ich schon sehr lange eigenständig Politik in der Kommune mache, seit 2002 in verantwortlicher Funktion“. Andererseits bringe ihr der prominenten Name auch positive Aufmerksamkeit und das sei ganz klar ein Vorteil.

Es ist ihre Heimatstadt – oder besser gesagt: ihre Heimatregion – die sie umtreibt. „Das Ruhrgebiet ist eine starke Region, dir zusammenhält. Manchmal ist es wie in einem großen Dorf“, sagt Müntefering. Und sie hat Recht. Denn Herne mit seinen rund 158.000 Einwohnern ist vom Norden nach Süden nur rund sechs Kilometer lang und von Osten nach Westen nur zwölf Kilometer breit. Da stößt man schnell an Grenzen. Wer hier fremd ist, merkt gar nicht, dass er plötzlich nicht mehr in Herne steht, sondern zum Beispiel in Wanne-Eickel.

Das bedeutet: Fläche ist in Herne knapp. Eng verbunden damit ist das Problem der Bebauung, des Verkehrs und des Lärms. Alles passiert hier auf engstem Raum. Gleichzeitig ist es der Strukturwandel, der nicht nur Herne, sondern der gesamten Region zu schaffen macht. Die Arbeitslosigkeit, die damit verbunden ist. Und die leeren Kassen der Kommunen.

„Wir schaffen das nicht allein“ sagt Müntefering. Sie nennt als Beispiel die EU-geförderten Projekte: „Wie sollen strukturschwache Städte bei schlechter Finanzlage noch Eigenanteile für Stadtentwicklung aufbringen, um die Förderung überhaupt zu bekommen?“, fragt sie. Das sei eine Milchmädchenrechnung. Auch ein Grund, weshalb sie nach Berlin will. Weil - auch - Herne Hilfe vom Bund braucht.

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„Da gab es die Tendenz zur CDU“

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  • Mit Vergnügen habe ich alle diese negativen Kommentare
    gelesen, denen ich nur beipflichten kann. Leider sind
    diese Kommentare nicht mehr zu toppen. Zu spät. Wenn ich
    morgens und abends durch Herne 2 zur Arbeit fahre und die
    Plakate mit dem Porträt von Frau M. sehe, bin ich mir zu
    100 % sicher, dass ich diesmal nicht die SPD wähle. Danke für die Wahlentscheidungshilfe.
    1951, aber nicht hopser.

  • das kann mir doch niemand weiß machen, das diese frau aus liebe diesen alten mann geheiratet hat. geld macht eben sexy, anders kann es nicht sein und die hoffnung, dass man so einen alten tatter sicherlich überlebt und seine gesichterte rente abkassiert, steht wohl bei solchen frauen im vordergrund. aber das sie jetzt noch als erbe in den bundestag will, obwohl sie nix in der birne hat, ekelhaft, pfuiteufel. deutschland, eu, banken und euro, ein einziger filz, ich könnte kotz... da lob ich mir die afd, unbekannte ökonome, die aus herzblut und vaterlandsliebe dieser bundestagsbrut den garaus machen wollen.

  • Die politische Überzeugung von Münte (O-ton) ist doch schließlich:

    "Ich finde es unfair, das Handeln der Politiker daran zu bemessen,
    was sie vor der Wahl versprochen haben."

    Und sowas soll man sich antun?
    Gibt es da keine Alternativen?

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