Steinbrück und Merkel
„Dieses Duell wird kein Kaffeeklatsch“

Die SPD erhofft sich vom TV-Duell einen Auftrieb in der Wählergunst. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann macht Stimmung zuvor gegen Merkel. Fast jeder zweite will einer Umfrage zufolge das TV-Duell ansehen.
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Etwa jeder zweite Deutsche will sich am Sonntagabend das TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem SPD-Herausforderer Peer Steinbrück ansehen. Das geht aus am Wochenende veröffentlichten Umfragen der Institute Emnid und INSA hervor. Den INSA-Daten zufolge erwartet dabei fast jeder Dritte der Befragten, dass die Fernsehdebatte die eigene Wahlentscheidung beeinflussen wird.

Die 90-minütige Sendung wird von ARD, ZDF, RTL und Pro Sieben live übertragen. Durch die Sendung führen der RTL-Moderator Peter Kloeppel, seine ARD-Kollegin Anne Will und Maybrit Illner vom ZDF. Der Sender Pro Sieben wird vom Unterhaltungsfachmann Stefan Raab vertreten, der erstmals an der Kanzlerdebatte teilnimmt. Wie schon 2009 findet die Debatte in einem Fernsehstudio in Berlin Adlershof statt.

31 Prozent gaben in der INSA-Umfrage für die „Bild“-Zeitung vom Samstag an, das Duell spiele für ihre Wahlentscheidung eine wichtige oder sogar sehr wichtige Rolle. Insgesamt wollen sich demnach 44 Prozent die Fernsehdebatte am Sonntag ansehen, 13 Prozent erwägen dies zumindest.

„Dieses Duell wird kein Kaffeeklatsch. Peer Steinbrück wird Klartext reden und Frau Merkel kann erstmals nicht mehr ausweichen“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der Deutschen Presse-Agentur. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr SPD-Herausforderer treffen an diesem Sonntagabend im TV-Duell aufeinander.

„Frau Merkel hat offensichtlich Angst, sonst hätte sie sich einem zweiten TV-Duell nicht verweigert“, meinte Oppermann. „Ich glaube, Peer Steinbrück wird inhaltliche Unterschiede deutlich machen und zeigen, dass es nicht egal ist, wie diese Wahl ausgeht.“ Mindestlohn, bessere Bildungschancen und mehr soziale Gerechtigkeit gebe es nur mit der SPD. Steinbrück habe in diesem Wahlkampf schon ein großes Kämpferherz bewiesen. „Das alles wird er in die Waagschale werfen.“

Oppermann hatte Anfang August nach einer Umfrage, die Union und FDP eine Mehrheit prognostizierte, von der letzten guten Umfrage für Schwarz-Gelb gesprochen. Danach ging es aber für Rot-Grün eher noch weiter bergab. Angesprochen darauf meinte Oppermann: „Die Aufholjagd hat begonnen. Die Umfragen spiegeln noch nicht wider, was in den nächsten drei Wochen noch an politischer Meinungsbildung erfolgen wird.“ Die meisten Wähler würden erst noch entscheiden, ob und wen sie wählen. „Frau Merkel hat Angst davor, dass bei ihren Umfragewerten mal wieder der Soufflé-Effekt eintritt“, so Oppermann.

In jüngsten Umfragen ist von der Aufholjagd aber wenig zu sehen. Drei Wochen vor der Bundestagswahl kommt die schwarz-gelbe Bundesregierung in einer neuen Umfrage wieder auf eine knappe Mehrheit. Gleichzeitig verloren SPD und Grüne. Zwar verliert die Union in dem wöchentlichen Stimmungsbild, das das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der "Bild am Sonntag" abbildet, einen Punkt auf 39 Prozent. Die FDP kann aber einen Punkt auf sechs Prozent zulegen.

Gleichzeitig büßen SPD und Grüne in der Wählergunst ein. Die Sozialdemokraten verlieren zwei Punkte auf 23 Prozent, die Grünen einen Punkt auf elf Prozent. Die Linkspartei kann zwei Punkte auf zehn Prozent gewinnen. Mit zusammen 45 Prozent liegt die Koalition damit hauchdünn vor der Opposition, die auf 44 Prozent kommt. Im "Sonntagstrend" der Vorwoche lagen beide Seiten noch gleichauf.


 

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die reich entlohnte "Kruste" aus Politikern, Promies und GEZ-Moderatoren hat uns wieder ein Kasperle-Theater vorgeführt. Frau Merkel will dafür kämpfen dass jemand, der 40 Jahre gearbeitet hat 850 EUR Rente bekommt. Wie soll man wohl schaffen, 40 Jahre zu arbeiten ? Und warum bekommt ein Abgeordneter nach 4 Jahren schon 3500 EUR Pension ??

    Ein ehlendes Schauspiel unserer "Politiker-Medien-Kruste"war das, IM Erika und IM Nelke auf der Bühne, wer wird wohl unsere nächste ferngesteuerte "Kommissions-Regierung" in Deutschland anführen ??

    Wählen wir die Alternative ! Zusammen schaffen wir es in den Bundestag. Wir sind der Souverän. Ein Ende der Bereicherung, Verschwendung, Lüge und Propaganda.

  • NUN hat SCHON WIEDER NIEMAND ZUM THEMA GEMACHT , dass die sich , IM WISSEN DEN andren NUR FRESSPLATZ NEHMEN ABER NICHT IN KNAST BRINGEN , VERFASSUNGSBRUCH VORWERFEN und DAS SOGAR IM WISSEN KEIN STAATSANWALT WIRT NUN . . . , da ja Weisungsgebunden .
    WAS FÜR KRANK KORRUPTES LAND , WO alle ZUSCHAUEN aber NOCH DRÜBER REDEN WOLLEN NICHT .
    wer SCHWEIGT STIMMT ZU .

    Mensch in erster Linie selbst für seine Taten verantwortlich ist .
    MENSCH WEISS ES UND ES GEHT NICHT sich , UND VON NIEMANDEN , DURCH BEFEHL , VERANTWORTUNG ABNEHMEN ZULASSEN .
    Frank Frädrich

    GELDSELBSTZWECKGELD . . . KAUFKRAFT . . . . STEUER NICHT ÄNDERN . . . WENN REGIERUNG und MACHT HÖRIGE PARTEIEN , ÜBER GELD REDET/EN , LÜGT / LÜGEN , EBBEND " KAPITALISTEN " DIENEND und NICHT MENSCH .
    Frank Frädrich

    BEI Linken ist für Dilettanten noch jede Menge Platz ...
    Bei andren Parteien DOCH ALLE PLÄTZE SCHON BESETZT .

    weil der Täter der Unrechtsstaat ist

    MEDIEN WO EIN BESTIMMTES WORT VERBOTEN IST , LÜGEN .


    " Die SPD müsse eine Partei zum Anfassen werden, daher sollte jeder Funktionsträger mit einem Touchpad auf der Stirn ausgestattet werden."
    Welt-Kolumnist Hans Zippert über die mutmaßlichen Ratschläge von Microsoft-Chef Bill Gates auf der SPD-Klausurtagung in Potsdam



  • Leider wirkt Frau Merkel im "Duell" sehr schwach und müde.Falsch finde ich auch, dass sie sich zu sehr Herrn Steinbrück zuwendet, statt woanders hinzuschauen, also ihn zu ignorieren.

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