Wahl des Parteichefs
Gabriel will der oberste Genosse bleiben

Wahl verloren, in den Koalitionsverhandlungen noch nicht allzu viel gewonnen: Nun stellt sich SPD-Chef Gabriel der Wiederwahl. Auf dem Parteitag muss er für ein Bündnis mit der Union werben, ohne sich darauf festzulegen.
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LeipzigMitten in den Koalitionsverhandlungen mit der Union beginnt die SPD an diesem Donnerstag in Leipzig ihren dreitägigen Bundesparteitag. Gleich am ersten Tag stellt sich der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel den 600 Delegierten zur Wiederwahl.

In der „Leipziger Volkszeitung“ zog er eine gemischte Bilanz. Gabriel nannte eine Reihe von Gründen für die Niederlage bei der Bundestagswahl, darunter die Popularität von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mangelnde Erkennbarkeit ökonomischer Kompetenz der SPD, Nachwirkungen der umstrittenen Reform-Agenda 2010 und das „Stinkefinger“-Foto von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Zugleich wies Gabriel auf erfolgreich bestrittene Landtagswahlen hin. Der Parteiführung sei es auch gelungen, die SPD nach dem Streit über die einstige Agenda-Politik zu einen. Gabriel führt die SPD seit vier Jahren. 2009 in Dresden erhielt er 94,2 Prozent Zustimmung, 2011 in Berlin waren es 91,6 Prozent. Am Freitag wird die komplette restliche Parteiführung neu gewählt.

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„Noch nicht genügend Konkretes durchgekämpft“

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  • Ist doch gut, dass es endlich wieder mehr linke Ansichten in dieser Republik gibt, als das ständige CDU-Mittelmaß, wo kein Mensch weiß, wohin geht die Reise.

  • Sollte Gabriel unter 70% Zustimmung liegen, kann er gleich
    vor versammelter Mannschaft seinen Rücktritt erklären.

    Das käme einer Abwahl gleich.

    Die SPD hat mit ihrer Option die Linke als Koalitionspartner anzuerkennen, Deutschland entgültig
    weit nach Links gerückt. Die Linke kann sich aber nicht freuen, Alles von keine Militäreinsätze bis hin zu Kontra Europafragen müsste sie über Bord werfen. das wird sie unglaubwürdig machen und so kann man sich auf
    zukünftige Koalitions Verhandlungen freuen die über ein halbes Jahr laufen werden.

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