Wahlparty
Tote Hosen spotten über CDU-Gesang

Nach ihrem Sieg am Sonntag sah ganz Deutschland die CDU-Spitze singen und tanzen. „Wie ein Autounfall“ spotten jetzt die Toten Hosen über diese Showeinlage, zu der sie unfreiwillig die Musik lieferten.
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DüsseldorfDie nächtliche Gesangseinlage der CDU mit dem Tote-Hosen-Hit „Tage wie diese“ hat die Düsseldorfer Band jetzt bis ins Studio verfolgt. „Uns persönlich kam die Darbietung eher wie ein Autounfall vor: Nicht schön, aber man schaut trotzdem hin...“, posteten sie am Dienstag auf ihrer Facebookseite aus dem Übungsraum.

Vorher hatten viele Fans sie über Twitter und Facebook gedrängt, zu reagieren. Eins sei ja wohl klar, schrieb die Band daraufhin: „Das grausam vorgetragene Lied war immer noch mit Abstand die beste Leistung, die die CDU in letzter Zeit hervorgebracht hat.“

Die Toten Hosen hatten sich schon im Wahlkampf davon distanziert, dass Parteien ihre Musik einsetzen. Sie hätten nie ein Problem damit gehabt, wenn ihr Lied „vom Punkschuppen bis zum Oktoberfest“ Freude bereite. „Wir empfinden es aber als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft“, hieß es in der Distanzierung. 54.000 Fans hatten das auf Facebook unterstützt.

Doch das hielt die siegestrunkenen Unionspolitiker nicht davon ab, den Song nach dem Wahlsieg zu schmettern. Im Kurznachrichtendienst Twitter kritisierte ein Schreiber: „So wie die CDU gnadenlos die Musik der Toten Hosen missbraucht, missbraucht sie auch die Macht“. Die Union könne sich doch nun ein eigenes Lied kaufen und müsse nicht mehr von den Hosen klauen, empörte sich ein anderer Nutzer.

Unionsfraktionschef Volker Kauder gab am Morgen nach der Gesangseinlage die Verantwortung weiter: „Der Generalsekretär hat gesagt, dass Wahlsieger das Lied singen dürfen.“ Soll wohl heißen: Ein Missbrauch zu Wahlkampfzwecken scheidet schon deswegen aus, weil der Wahlkampf vorbei war, als das Lied erneut ertönte.

Die Toten Hosen hatten bis Dienstagabend geschwiegen, weil sie nach Angaben ihres Managements in einem Studio und von der Außenwelt abgeschnitten waren.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wahlparty: Tote Hosen spotten über CDU-Gesang"

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  • Geil, wie uncool all die sind, die der Union den Erfolg nicht gönnen. Hier sind wieder allerbeste Beispiele zu lesen. Noch geiler, wie CDU/CSU-Wähler verunglimpft werden. Pech nur, dass es mehr Unionswähler gibt als Rot-Grüne zusammen. Ach ja, ich bin CDU-Wähler und bleibe "trotzdem" Hosen-Fan... ;-))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))

  • Im dritten Reich und in der DDR wurden Musiker wegen ihrer Musik verfolgt und ausgegrenzt, heute grenzen Musiker die Politik in einer Demokratie aus.

    Daher mein Vorschlag auf alle öffentlichen Auftritte verzichten, es könnten Unions-Mitglieder mitsingen und auch alle Radio und Fernsehauftritte absagen. Das wäre
    dann völlig sicher.

    Ach ja Tonträger nur nach Nachfrage was man ist und wählt.

    Die toten Hosen sollten sich umbenennen in Die Toten Gehirne.

  • WAR DER AUFTRITT GEMAPFLICHTIG ?

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