Bundeswehraffäre
Schulz macht von der Leyen verantwortlich

Franco A. hat der Bundeswehr einen schweren Imageschaden zugefügt. Die Verantwortung sieht SPD-Chef Schulz jedoch bei der Verteidigungsministerin, er sieht sogar die Zukunft der Bundeswehr in Gefahr.
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BerlinIn der Affäre um den unter Terrorverdacht stehenden Offizier Franco A. wirft SPD-Chef Martin Schulz Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor, das Ansehen der Truppe zu beschädigen und sich aus der Verantwortung zu stehlen. Die Ministerin sei für den Imageverlust der Armee verantwortlich, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern des Bundeswehrverbandes. Dies sei umso gravierender, als die Bundeswehr als Freiwilligenarmee auf Rekrutierungen angewiesen sei. Von der Leyen stelle die Soldaten unter Generalverdacht. Dies sei unakzeptabel.

Von der Leyen hat eine „rückhaltlose Aufklärung“ der Affäre angekündigt und zudem den Umgang der Truppe mit der Wehrmachts-Vergangenheit auf den Prüfstand gestellt. Gegen A. wird wegen des Verdachts ermittelt, einen Anschlag geplant und einem rechtsextremistischen Netzwerk angehört zu haben. Die Ministerin stand am Morgen dem Verteidigungsausschuss des Bundestages Rede und Antwort und sollte auch am Nachmittag in einer Aktuellen Stunde im Parlament zu dem Themenkomplex reden.

Schulz sagte, Strategie der Ministerin sei es, alle Verantwortung für Missstände den Soldatinnen und Soldaten zuzuschieben. „Das Schlimmste ist, wenn man in angespannten Situationen den Ausweg darin sucht, dass man ganze Bevölkerungsgruppen, ganze Berufsgruppen unter Generalverdacht stellt.“ Auf die Frage, ob von der Leyen noch das Vertrauen des Koalitionspartners SPD genieße, antwortete er, dies sei eine Frage an CDU-Chefin Angela Merkel, die der Ministerin den Rücken gestärkt hatte. „Da gibt es ja Nuancierungen, die Gefahrenstufen darstellen, wenn diese Art von Vertrauen ausgesprochen wird.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bundeswehraffäre: Schulz macht von der Leyen verantwortlich"

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  • Die Angriffe von Martin Schulz gegenüber Frau von der Leyen sind völlig überzogen. Seine Äußerungen sind ein Programm für die Abschreckung der Wähler. Man fragt sich, hat der Hl. St. Martin alle Maßstäbe verloren.

  • Clemens ...Respekt

    das nenne ich mal einen langen Kommentar. Bravo!
    Das Ehrenamtlich ohne Bezahlung und Anrechnung der Freizeit. Klasse!

  • Frau von der Leyen sollte mit der Kanzlerin endlich über ihren Rücktritt sprechen!
    Sie schwebte medienwirksam über der Truppe. Jetzt trudelt sie heftig!
    Unter den Augen von Frau von der Leyen werden in der Bundeswehr unbehelligt Vorbereitungen zu Terrorismus getroffen. Aber Frau von der Leyen fühlt sich zu Unrecht kritisiert und greift andere an, u.a. die SPD! Unappetitlich! Zum Kotzen!
    Da bleibt nur noch Eines: Rücktritt!
    Schritt 1: Absage einer Auslandsreise.
    Schritt 2: Merkel bekräftigt, dass Frau von der Leyen Ihre volle Unterstützung habe.
    Schritt 3: Rücktritt. Jetzt hat es sich ausgeblablat.
    Schritt 4: De Maziere übernimmt das Verteidigungsministerium. Schließlich hat er offensichtlich seinerzeit seine Leitkultur bereits mit Erfolg, wie der Fall Franco A. zeigt und Frau von der Leyen zu bestätigen scheint, in der Bundeswehr eingeführt.
    Mit ihrer Begründung "falscher Korpsgeist in der Bundeswehr" im Fall Franco A. hat sich von der Leyen selbst abgeschossen!
    Ist sie doch seit Jahren für Führung und damit auch für den Korpsgeist in der Bundeswehr verantwortlich! Hatte sie doch medienwirksam versprochen, die Bundeswehr von einem "verstaubten Club Gestriger" zu einem "familienfreundlichen attraktiven Arbeitgeber" umzubauen.
    Frau von der Leyen, das Spiel ist aus! Treten Sie endlich zurück, bevor Sie noch mehr Unheil anrichten! Und nehmen Sie Ihren überforderten Kollegen De Maziere gleich mit!
    Da befallen mich Wut und Ärger:
    https://youtu.be/UL0KazAe054
    Viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Anhören!
    PS: Schritte 1 und 2 sind bereits eingetreten! :-)

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