Bundeswehrreform
Bundeswehr findet kaum Freiwillige

Dramatische Zahlen aus den Kreiswehrersatzämtern: Bisher interessiert sich nur ein Bruchteil der Wehrdienstfähigen für eine Karriere bei der Bundeswehr. Den Streitkräften fehlen noch bis zu 80 Prozent ihrer Rekruten.
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BerlinVerheerende Freiwilligen-Zahlen der Kreiswehrersatzämter rütteln die Planer im Verteidigungsministerium auf: Nach Informationen des Handelsblatts zeigen nur etwa 0,6 Prozent der von den Kreiswehrersatzämtern angeschriebenen jungen Männern Interesse am Freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr.

Die Kreiswehrersatzämter hatten in den vergangenen Monaten 514.000 Männer im wehrtauglichen Alter angeschrieben und nach dem Interesse an einem Freiwilligen Wehrdienst gefragt. Von diesen antworteten lediglich 5900. Von diesen wiederum zeigten nur 3200 ein konkretes Interesse. Bisher hat die Bundeswehr bei ihren Planungen 15.000 Freiwillige Wehrdienstleistende pro Jahr einkalkuliert, um überhaupt einen geregelten Dienst aufrecht erhalten zu können.

Das Verteidigungsministerium sieht in den aktuellen Zahlen keinen Grund zur Sorge. „Wir müssen nicht in Panik verfallen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Zum 1. März dieses Jahres hätten 1.255 junge Männer den freiwilligen Wehrdienst angetreten, zum 1. April seien es 1.494 gewesen. Nach einer ersten Anschreibeaktion der Kreiswehrersatzämter an 167.000 junge Männer im Januar und Februar habe es etwa 8.300 Interessenten gegeben, führte der Sprecher aus. Eine zweite Aktion, bei der im März und April 498.000 Männer kontaktiert worden seien, habe weitere 1.800 Rückmeldungen gebracht.

Der Ministeriumssprecher sagte, für eine endgültige Beurteilung des Interesses am freiwilligen Wehrdienst müsse die Änderung des Wehrrechts abgewartet werden, die zum 1. Juli in Kraft treten soll. Dann können die Kreiswehrersatzämter auch bei jungen Frauen für den freiwilligen Wehrdienst werben.

Die enttäuschende Resonanz dürfte die Zweifel an der Bundeswehr-Reform bestärken. Die damit verbundenen Sparmaßnahmen könnten zum Verlust der Bündnisfähigkeit und zu Gefahren für die nationale Sicherheit führen, warnt das Verteidigungsministerium laut "Bild"-Zeitung. Das Blatt berichtet unter Berufung auf ein internes Eckpunktepapier des Ministeriums über die möglichen Folgen der Bundeswehrreform. Darin heißt es demnach wörtlich: "Die ins Auge gefassten Einschnitte werden die Fähigkeit Deutschlands mit militärischen Mitteln zur nationalen und internationalen Sicherheitsvorsorge beizutragen, erheblich einschränken. Der deutsche Militärbeitrag wird weder der Rolle Deutschlands im Bündnis entsprechen, noch den nationalen Sicherheitsinteressen genügen. Diese Einschränkungen werden auf mittlere Sicht nicht reversibel sein."

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  • Weder gibt es ein Staat BRD noch eine eigenständige Aussenpolitik, was für ein gebilde die BRD darstellen soll ist mir auch nicht klar. Weder Fisch noch Fleish irgendwie tragt ihr eigenartige gewänder und lauft so ziemlich planlos durchs Gelände. Mit den Volk kann man so ziemlich wieder alles oder nichts anfangen. Nun Autos bauen, Rüstung realisieren, Maschinenbau. Die eigene und EU bevölkerung versklaven, gegen schwache trten und dann ist schon vorbei.Keine Verfassung, kein Staatsgebilde, wie gesagt am Seelenleben da ist nichts, absolut nichts. Ein schönes land mit guten Menschen okay aber suveräne Menschen die Aufrecht gehen fehlanzeige.

  • Gegen wen wollt ihr was verteidigen ?

  • Zumindest muss man anerkennen, dass Sie sich einen passenden Namen für Ihre "geistreichen" Beiträge gewählt haben.

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