CDU-Forderung
Steinbrück soll gegen Sarrazin vorgehen

Mit neuen steilen Thesen, diesmal zur Homo-Ehe, sorgt Thilo Sarrazin für Empörung. Die Berliner SPD würde ihn am liebsten zur NPD abschieben. Einige CDU-Abgeordnete sehen Steinbrück in der Pflicht, einzugreifen.

BerlinDer CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann hat die SPD-Spitze zum Eingreifen gegen Thilo Sarrazin aufgefordert. Hintergrund sind Äußerungen des früheren Berliner Finanzsenators zur Homo-Ehe sowie die geplante Teilnahme Sarrazins an einem rechtskonservativen Kongress unter der Überschrift „Werden Europas Völker abgeschafft? Familienfeindlichkeit, Geburtenabsturz und sexuelle Umerziehung“.

Wellmann sagte dazu Handelsblatt Online: „Es ist unsäglich, wenn mit diesem Thema Vorurteile geschürt werden, oder man innenpolitisch im Trüben fischen will.“ Das gelte für Russland genauso wie für Deutschland. Alle demokratischen Parteien setzten sich für die Gleichstellung ein, rechtlich und gesellschaftlich. „Auch die verbale Diskriminierung Homosexueller ist völlig inakzeptabel“, betonte der stellvertretende außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagfraktion und fügte hinzu. „Ich erwarte insoweit ein klares Wort der SPD Führung.“

Der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn, Mitglied im CDU-Bundesvorstand und Befürworter der Gleichstellung homosexueller Partnerschaften, reagierte mit scharfer Kritik in seinem Twitter-Profil, wie sein Büro auf Anfrage von Handelsblatt Online mitteilte. „Sarrazin dreht wieder ab. Diesmal geht's gegen Schwule“, schreibt Spahn und fügt an SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und Parteichef Sigmar Gabriel hinzu: „Sagt mal was dazu! Der war immerhin Finanzsenator.“

Bei dem Kongress, der „Compact-Konferenz für Souveränität“ des umstrittenen Berliner Publizisten Jürgen Elsässer, die am 23. November in Leipzig stattfinden soll, werden auch Redner aus Frankreich und Russland erwartet, die gegen die Homo-Ehe polemisieren sollen. Im Interview mit dem Kongress-Veranstalter Elsässer für dessen Magazin „Compact“ forderte Sarrazin, die staatliche Familienpolitik solle sich auf die Lebenspartnerschaft zwischen Mann und Frau konzentrieren. Jungs, die „rosa Kleidchen“ tragen, bezeichnete er als „Tunten“. Gefragt, ob es problematisch sei, wenn der Staat gezielt „Jungs im rosa Kleidchen“ fördere, sagte Sarrazin: „Vorsicht, auch die Tunte kann sehr tüchtig sein.“

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Sarrazin lässt die Kritik kalt

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