CDU lehnt Kompromissmodell einer kleinen Gesundheitsprämie ab
CSU macht Seehofer zum starken Mann im Gesundheitsstreit

Die CSU hat überraschend dem in der Union umstrittenen Sozialexperten der Partei Horst Seehofer eine Schlüsselrolle bei dem seit Monaten andauernden Streit um ein gemeinsames Unionskonzept für eine Gesundheitsreform zugewiesen. „Unser Verhandlungsführer ist Seehofer. Es wird keine Einigung über ihn hinweg geben“, stärkte CSU-Landesgruppenchef Michael Glos Seehofer am Dienstag demonstrativ den Rücken.

BERLIN. Glos kündigte an, dass Seehofer an der für Freitag geplanten Sitzung der Unionsarbeitsgruppe teilnehmen wird. Ihr sollen neben Seehofer Kauder, der bayerische Staatskanzleichef Erwin Huber, die Generalsekretäre Laurenz Meyer (CDU) und Markus Söder (CSU), die Landessozialministerinnen Christa Stewens (CSU) und Ursula von der Leyen (CDU) sowie die Sozialexpertin der CDU Annette Widmann-Mauz angehören. Vorher wollen sich die CSU-Gesundheitsexperten noch einmal in München beraten.

Die Stärkung ausgerechnet des lautesten und entschiedensten Kritikers der Pläne von CDU-Chefin Angela Merkel, die Gesundheitskosten durch Einführung einer Kopfprämie von 180 Euro je Versicherten vom Lohn abzukoppeln, dürfte der CDU alles andere als gelegen kommen. Ihm schreibt die CDU die Hauptverantwortung dafür zu, dass die Schwesterparteien seit Monaten über deren Ausgestaltung im Clinch liegen.

Zuletzt galt Seehofer in der Unionsfraktion als isoliert. Nach dem Rücktritt von Fraktionsvize Friedrich Merz machten sogar Spekulationen die Runde, Seehofer wolle „den Bettel hinschmeißen“, weil er keine Chancen mehr sehe, sich in dem Streit der Parteischwestern durchzusetzen. Nun muss jedem klar sein, was in CSU-Kreisen schon seit längerem kolportiert wird: Beim Streit um die Gesundheitsprämie passt zwischen den Ex-Gesundheitsminister und Parteichef Edmund Stoiber kein Blatt Papier.

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