CDU-Ministerpräsident Milbradt fordert Verschiebung um ein Jahr
Hartz-Reform stößt auf Ablehnung

Die für Januar geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe verunsichert die Deutschen laut einer Umfrage zutiefst. Und es herrscht weiter Unklarheit über den Start der Auszahlungen des Arbeitslosengelds II. Im Streit um den geplanten Zugriff auf die Sparbücher von Kindern Erwerbsloser hat die SPD die Unions-Kritik scharf zurückgewiesen.

HB BERLIN. 59 Prozent der Angestellten und 83 Prozent der Arbeiter befürchten, dass sie ihren Lebensstandard drastisch einschränken müssen, wenn sie arbeitslos werden, wie die am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazins „stern“ ergab. Besonders groß ist diese Furcht bei den unter 30-Jährigen, unter denen 63 Prozent um ihren Lebensstandard.

Mehr als ein Drittel der Deutschen treibt dem Vorabbericht zufolge die Angst um den Arbeitsplatz um. 35 Prozent der Befragten halten demnach ihren Arbeitsplatz für nicht sicher, 65 Prozent dagegen für sicher. Die Mehrheit lehnt laut der Umfrage die in der Hartz-Reform vorgesehene Abschaffung der Arbeitslosenhilfe ab. 56 Prozent finden es falsch, dass Arbeitslose, die länger ohne Job sind, weniger Geld bekommen, 36 Prozent sind dafür.

Allerdings halten es 53 Prozent der Deutschen für richtig, dass Langzeitarbeitslose künftig jede zumutbare Arbeit annehmen müssen. Das sehen sogar 38 Prozent der Arbeitslosen und 46 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder so. Für die Umfragen wurden mehr als 1 000 Personen befragt.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) plädiert für eine Verschiebung der Hartz IV-Reform um mindestens ein Jahr. „Das Gesetz ist voller handwerklicher Fehler und dient nicht dem Ziel, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Viele Details sind nicht geklärt, die Menschen sind stark verunsichert. Allein aus diesem Grund ist ein Aufschub erforderlich“, sagte Milbradt am Mittwoch in einem dpa-Gespräch in Dresden. Es sei unbegreiflich, dass es bei der gravierendsten Sozialreform keine Aufklärung der Menschen gab.

Seite 1:

Hartz-Reform stößt auf Ablehnung

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%