Claus Weselsky
GDL-Chef wegen Pogrom-Äußerung unter Beschuss

GDL-Chef Claus Weselsky ist bekannt dafür, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Mit seinen jüngsten Äußerungen zum Konflikt mit der Bahn schießt er aber übers Ziel hinaus: Sein Pogrom-Vergleich sorgt für Ärger.
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BerlinDer Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, Volker Beck, hat den Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, wegen dessen „Pogrom“-Äußerung scharf kritisiert. Weselsky hatte mit Blick auf die öffentliche Diskussion über den Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn in einem Interview gesagt: „In der Öffentlichkeit wurde gezielt von interessierter Seite eine Pogromstimmung gegen die GDL und ihre Mitglieder erzeugt.“

Volker Beck, der auch innenpolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion ist, sagte dazu: „Das ist total daneben. Historische Vergleiche mit der Leidensgeschichte der Juden hinken immer, weshalb man sie sich sparen sollte.“

Allerdings hätten sich Boulevardzeitungen wie „Bild“ und „BZ“ sowie das Magazin „Focus“ „alle Mühe gegeben, ein ganzes Land gegen einen Gewerkschaftsführer aufzustacheln und ihn samt Familie durch Veröffentlichung von Telefonnummer und Wohnort geradezu für vogelfrei erklärt“, sagte Beck weiter. „Das ist ein Angriff auf die Persönlichkeitsrechte von Claus Weselsky, die durch keine Kritik an der GDL oder an dem Streik der Lokführer gerechtfertigt werden kann.“

Weselsky hatte sich schon früher im Ton vergriffen. Im August hatte der GDL-Chef mit einem Behinderten-Vergleich für Empörung gesorgt. Um auszudrücken, dass bei der Vereinigung der Bahngewerkschaften Transnet und GDBA zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) keine starke Gewerkschaft entstanden sei, hatte Weselsky gesagt: „Wenn sich zwei Kranke miteinander ins Bett legen und ein Kind zeugen, da kommt von Beginn an was Behindertes raus.“

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„Schmerzensgeldfähig“

Kommentare zu " Claus Weselsky: GDL-Chef wegen Pogrom-Äußerung unter Beschuss"

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  • @ Pedro Jimenez Duarte „...(die er sich übrigens selbst zuzuschreiben hat, wenn wegen ihm Millionen nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen)..“

    Inwiefern? Die GDL-Mitglieder haben in einer Urabstimmung für einen Streik entschieden. Dieser Streik hat natürlich Folgen für den Betrieb, der bestreikt wird, sonst wäre es kein Streik wenn niemand etwas davon merkt.

  • Er sprach von Pogrom s t i m m u n g (die er sich übrigens selbst zuzuschreiben hat, wenn wegen ihm Millionen nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen), nicht von Pogromen.

    Und ja; das Wort haben die Juden nicht gepachtet, auch wenn wir ihnen gegenüber eine besondere Verantwortung haben.

  • @ Sven Bah „....weiß doch das man niemals irgend etwas in Verbindung mit Juden sagen darf.“

    Woher wissen Sie das er den Pogrom gegen Juden in D gemeint hat? Auf der ganzen Welt hat es Pogrome gegeben, z.B. gegen die Deutschen, die nach dem Ersten Weltkrieg plötzlich in Polen wohnen mußten, obwohl sie niemand gefragt hatte ob sie das auch möchten. Die polnische Regierung, wie auch weite Teile der Bevölkerung, gingen mit Mord und Totschlag gegen sie vor, nur weil sie Deutsche waren.
    Dieser Zusammenhang wird, politisch korrekt, niemals hergestellt.

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