CSU in Bayern
Kommentar: Sündenbock Ramsauer

Das Ergebnis für Peter Ramsauer, der mit über 500 Gegenstimmen (von 770) zum stellvertretenden Parteichef gewählt wurde, zeigt, wie groß die Gräben in der CSU noch sind. Ramsauer ist Chef der Landesgruppe in Berlin. Ihm kreiden viele an, dass die Linkspartei noch kurz vor der Bayernwahl einen Antrag für die Wiedereinführung der Pendlerpauschale im Bundestag stellen konnte - und die CSU gezwungen war, öffentlich gegen eine ihrer Kernforderungen im Bayernwahlkampf zu stimmen.

MÜNCHEN. Weiter wollen sicher einige den Berliner CSU-Abgeordneten zeigen, dass sie jetzt, wo mit Seehofer einer der ihren Parteichef und Ministerpräsident wird, nicht übermütig werden sollen. Denn in der CSU, das muss man wissen, hält sich die Landtagsfraktion für die Herzkammer der Partei. Und wenn die Landtagsabgeordneten schon Seehofer zum Ministerpräsidenten wählen müssen, dann kriegt Ramsauer eben einen Dämpfer.

Zudem, und das war auf dem Parteitag physisch richtig spürbar, reicht die Kluft zwischen Franken und Oberbayern noch tief. Die Franken haben den Absturz von Ministerpräsident Beckstein, einer der ihren, nicht verkraftet. Viele hätten Beckstein als Ministerpräsidenten gewählt - er war ja immerhin Spitzenkandidat -, um jetzt Horst Seehofer, einen Oberbayern zu bekommen. Ramsauer ist auch Oberbayer - da man Seehofer nicht schädigen wollte, kriegt er den Dämpfer.

Schließlich kreiden viele in der CSU auch Seehofer an, dass die Partei in Berlin nicht richtig zum Zug kommt. Immerhin ist er Chef der Landesgruppe. Doch die alte Schlagkraft, die der CSU-Sprengel in der Hauptstadt früher hatte, ist dahin. Horst Seehofer hatte also schon recht, wenn er ankündigte, jetzt "missionarisch" durch Bayern zu reisen, um Franken, Ober- und Niederbayern, Oberpfälzer und Schwaben wieder zu versöhnen.

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