DAAD
Ausländische Studentenwerden angeworben

Schon mehr als zwölf Prozent der Studienanfänger in Deutschland kommen aus dem Ausland. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) will noch mehr Gast-Studenten anwerben und auch mehr Deutsche ins Ausland schicken.
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BerlinDer Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) will in den nächsten sechs Jahren die Zahl der ausländischen Studenten in Deutschland von derzeit knapp 250 000 auf 350 000 steigern. „Die Hochschulen müssen allerdings finanziell besser unterstützt werden, wenn sie Studierende aus dem Ausland aufnehmen“, sagte DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel bei der Vorstellung eines Strategiepapiers ihrer Organisation am Montag in Berlin.

Reserviert zeigte sich Wintermantel zu Forderungen, von den ausländischen Studenten in Deutschland Studiengebühren zu verlangen. Vielmehr müsse durch eine Verfassungsänderung der Bund in die Lage versetzt werden, die Hochschulen auch dauerhaft besser zu fördern. „Wir müssen einerseits den deutschen akademischen Nachwuchs an den besten Hochschulen weltweit qualifizieren und andererseits die Elite internationaler Studierender, Doktoranden und Wissenschaftler nach Deutschland holen“, sagte Wintermantel.

Der DAAD plädiert in seinem Strategiepapier unter anderem für mehr englischsprachige Masterstudiengänge an deutschen Hochschulen, internationale Lehrpläne, Angebote für lebenslanges Lernen und eine noch intensivere Pflege der internationalen Kontakte zu ehemaligen Gast-Studenten. Auch müsse der Studienerfolg der jungen Ausländer in Deutschland deutlich erhöht werden.

Der Anteil unter den deutschen Studenten, die eine Zeit lang für ein Gastsemester oder ein Praktikum ins Ausland gehen, muss aus Sicht des DAAD von derzeit einem Drittel auf 50 Prozent erhöht werden. Wintermantel appellierte in diesem Zusammenhang an die Politik, mehr Mittel für Stipendien zur Verfügung zu stellen.

Die DAAD-Präsidentin widersprach Befürchtungen, dass seit Einführung der relativ verschulten Bachelor-Studiengänge weniger deutsche Studenten ins Ausland gingen. „Es gibt in der Tat noch ein Anerkennungsproblem der Leistungen, die an anderen Hochschulen erbracht worden sind“, sagte Wintermantel. Dieses Probleme gebe es aber auch beim Wechsel von Hochschule zu Hochschule innerhalb Deutschlands. Viele Studierende nutzen nach Wintermantels Einschätzung die Zeit zwischen Bachelor-Abschluss und Aufnahme des Master-Studiums für einen Auslandsaufenthalt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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