Debatte um Flughafen-Kontrollen
„Billig kann uns teuer zu stehen kommen“

Waffen, versteckt im Handgepäck: Die Sicherheitsmängel am Frankfurter Flughafen rufen die Politik auf den Plan. Abgeordnete von SPD und Grünen werfen die Frage auf, ob nicht der Staat die Kontrollen übernehmen muss.
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DüsseldorfNach den Berichten über Sicherheitsmängel an Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt am Main stellen Politiker von SPD und Grünen die Kontrollen durch private Firmen infrage. Es müsse ernsthaft die Frage geprüft werden, „ob die betrauten privaten Unternehmen hinreichend Gewähr für eine zuverlässige Sicherheitsüberprüfung bieten oder nicht“, sagte der SPD-Bundesvize Ralf Stegner dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

„Daran zeigt sich einmal mehr, dass der Zeitgeist vergangener Jahre, möglichst alles zu privatisieren, was nicht niet- und nagelfest ist, sehr problematische Folgen haben kann“, so Stegner weiter. Die Sicherheit der Passagiere an Flughäfen zu garantieren sei jedoch eine öffentliche Verantwortung, „die keinesfalls privaten Rendite-Interessen untergeordnet werden darf.“

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, warnt vor zu viel Privatisierung. „Billig kann uns bei der Sicherheit teuer zu stehen kommen“, sagte Beck dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Durch private Sicherheitsfirmen, die ihren Mitarbeitern gerade mal den Mindestlohn zahlen, die Kosten bei der Flugsicherheit zu senken, sei daher angesichts der Sicherheitsdefizite am Frankfurter Flughafen nicht der Weisheit letzter Schluss. „Die Frage muss erlaubt sein, ob beim Schutz unserer Infrastruktur vor Terror  nicht staatlich organisierte Sicherheit am Ende preiswerter, wenn auch nominell teurer, ist, sagte Beck“

Die EU-Verkehrskommission hatte laut Berichten vom Wochenende bei verdeckten Kontrollen Sicherheitsrisiken am Frankfurter Flughafen entdeckt. Es soll gelungen sein, Waffen oder gefährliche Gegenstände durch die Passagierkontrollen zu schmuggeln. Grund für die Mängel soll schlecht geschultes Personal sein.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, fordert die Rückführung der Flughafen-Sicherheit in Deutschland in die Hände der Bundespolizei. „Die Kontrollen am Frankfurter Flughafen haben gezeigt, dass die Gewährleistung von Sicherheit mit dem Streben nach Gewinnmaximierung nicht zu vereinbaren ist“, sagte Wendt dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Deshalb wäre die Übertragung der Kontrolle mit eigenen Beschäftigten der Bundespolizei der beste Weg.“

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CSU-Politiker verweist auf Körperscanner

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  • "....ob nicht der Staat die Kontrollen übernehmen muss."

    Altes Thema, es gibt Bereiche, die gehören nicht in privater Hand!

    Die SPD und die Grünen sind Mitverursacher dieser kurzsichtigen nicht geeigneten Privatisierungen in D !

    ABER, was macht man nicht alles für die kranke Lobby-Politik !

  • ganz schön ärgerlich für die hochbezahlten InternationalerWettbewerbKostensenkungsManager, wenn die billigen und schlecht bezahlten indischen Hilfskräfte einfach nicht richtig funktionieren wollen

  • Wenn das Thema nicht so ernst waere, wuerde man laut lachen! Frankfurt hat mit Abstand die in Deutschland und vielleicht weltweit aufwaendigsten Personen- und Sicherheitskontrollen was die Anzahl der Mitarbeiter und technsche Einrichtungen angeht. So viel mehr, dass man versucht ist zu vermuten, dass bei der Vergabe nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Zusaetzlich dauern die Kontrollen extrem lang, man muss sich selbst mit Kisten versorgen und die Koerperkontrolle spricht sogar dann an, wenn man ausser einem Reissverschluss kein Metall traegt. Dazu sind die Mitarbeiter insbesondere internationalen Gaesten gegenueber extrem unfreundlich. Wenn das Ergebnis besagter Kontrollen nun in noch hoeheren Kosten fuer den Flughafen und damit fuer die Fluggaeste resultiert, sollte nicht die Polizei sondern die Kripo aktiv werden. Ein Benschmark mit anderen Grossflughaefen laesst sich als Referenz sicherlich leicht erstellen. Ein Besuch am Flughafen Muenchen waere ein guter Anfang. Dort reichen 10m Kontrollband mit freundlichen Mitarbeitern und einem Drittel des Equipments gegenueber gefuehlten 30m mit automatischer Sortieranlage und dem dreifachen Personal in Frankfurt.

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