Defektes Dach
Neue Bauprobleme am Berliner Hauptbahnhof

Nach dem Flughafen droht Berlin nun auch neuer Ärger am Hauptbahnhof: An einer Dachkonstruktion sollen sich mehrere tragende Teile verdreht haben. Die Sicherheit sei trotzdem nicht gefährdet, sagt die Bahn.
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BerlinBauprobleme am Berliner Hauptbahnhof: Eine der vier Lagerkonstruktionen, auf denen das Ost-West-Dach ruht, ist bei Kontrollen aufgefallen. „Einzelne Teile haben sich gegeneinander verdreht. Die Ursache steht noch nicht fest“, sagte eine Sprecherin der Bahn am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Zuerst hatte die „Berliner Zeitung“ (Freitag) darüber berichtet. Menschen seien nicht gefährdet, betonte die Sprecherin. „Es gibt gegenwärtig kein Risiko für die Standsicherheit der Dachkonstruktion“, sagte sie.

Die Lagerkonstruktionen würden jetzt häufiger kontrolliert und auch messtechnisch überwacht. Eine Instandsetzung sei vorgesehen. „Dieses Vorgehen wurde mit dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmt“, sagte die Sprecherin.

Das Dach, das die drei Ost-West-Bahnsteige überspannt, gilt als eine besonders komplizierte Konstruktion. 2007 - ein Jahr nach der Eröffnung - fiel während eines Orkans ein Stahlriegel aus der Fassade. Im vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass die oberirdischen Gleiskonstruktionen für 25 Millionen Euro saniert werden müssen.

Der Hauptbahnhof wurde von Architekt Meinhard von Gerkan entworfen und am 26. Mai 2006 nach langen Debatten eröffnet. Das Prestigeobjekt der Bahn kostete rund 1,2 Milliarden Euro - und war damit fast doppelt so teuer wie geplant. Durchschnittlich betreten heute pro Tag rund 300 000 Menschen den Bahnhof am Rand des Regierungsviertels - Reisende und Einkäufer. Mehr als 1000 Züge und S-Bahnen halten jeden Tag auf zwei Gleisebenen.



Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Defektes Dach: Neue Bauprobleme am Berliner Hauptbahnhof"

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  • Der Berliner Hauptbahnhof ist wirklich gelungen; ein Blickfang. Hoffentlich werden die noch fehlenden Rahmen des Ost-West-Daches ergänzt, damit das Glasdach vervollständigt wird.

    Wer zur Zeit vom Brandenburger Tor bis zum Alexanderplatz geht, kommt durch einen Wald von Baukränen, Baggern und Bohrgeräten.

    - U-Bahnhof Unter den Linden
    - Staatsbibliothek
    - U-Bahnhof Museumsinsel
    - Staatsoper
    - Berliner Schloss
    - Gleiswechselanlage am Marx-Engels Forum
    - U-Bahnhof Rathaus

    Auch abseits der im Fokus stehenden Projekte wie BER erscheint Berlin auch knapp ein Viertel Jahrhundert nach der Wende wie eine Großbaustelle. Es ist unübersehbar schon viel gemacht worden, aber wer die vielen Baulücken, verfallenden Häuser und brach liegenden Flächen sieht, der ahnt, dass hier noch für Jahrzehnte zu tun ist. Für die Politik gilt es, weiter auch große Projekte anzuschieben, aber Politiker und Politikerinnen sollten sich aus der Projektabwicklung heraus halten. Als Vertreter der Steuerzahler gehören sie sicher mit in die Kontrollgremien großer Projekte aber bitte nicht in leitende Funktionen. Da gehören Profis hin, die das Rentenalter noch nicht erreicht haben!!

    Dass bei einer solchen Vielzahl und bei der Größe der Projekte Fehler gemacht werden und korrigiert werden müssen, liegt in der Natur der Sache. Häuser, Brücken, Tunnel, Türme ... sind Unikate. Es ist beim Hausbau nicht wie bei einer Fertigung in der Fabrik und man kann eine U-Bahn oder einen Flughafen nicht einfach so bestellen, wie eine Palette Bier, die dann pünktlich ausgeliefert wird.

    Zum Artikel und zur Stellungnahme der Bahn: Nichtssagend!!

    Wie wäre es mit einer Skizze, welche Lager Auffälligkeiten zeigen und welche Teile sich verdreht haben? Das ist zumindest für Fachleute interessant und Laien (ausgenommen Verschwörungstheoretiker) haben nicht den Eindruck, da wird irgend etwas verheimlicht.

  • Die Kommunisten in Berlin wissen einfach, wie man Steuerzahlergeld verpuffen lässt. Aber ist ja nicht schlimm, noch ist der Steuersatz nicht bei 100%.

  • Abwarten! ;)

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