Demonstration gegen Hass und Gewalt
18.000 Berliner gegen Terrorismus

Im Gedenken an die Opfer von Paris rücken in Deutschland Muslime und Christen, Deutsche und Zuwanderer zusammen. Am deutschen Einheitssymbol Brandenburger Tor versammelten sich Tausende in Solidarität mit den Franzosen.
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Berlin/WashingtonRund 18.000 Menschen haben in Berlin der Opfer der Terrorattacken in Paris gedacht. Sie trafen sich am Sonntag vor der französischen Botschaft in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tores zu einer Mahnwache. Auch in anderen deutschen Städten - darunter Frankfurt, München und Mannheim - gab es am Wochenende Solidaritätsbekundungen.

In Hannover versammelten sich rund 300 Franzosen und Deutsche. Etliche hielten - im Gedenken an die getöteten Karikaturisten - Kugelschreiber oder Bleistifte als Zeichen der Pressefreiheit in die Höhe.

Trotz Sturms hielten viele Berliner Demonstranten Schilder mit dem Slogan „Je suis Charlie“ (Ich bin Charlie). Sie erinnerten so an den islamistischen Anschlag auf die Redaktion des religionskritischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten. Außerdem wurde ein großes Plakat gezeigt, auf dem es hieß: „Berlin ist Charlie“. Die Zahl der Teilnehmer übertraf alle Erwartungen, die Veranstalter hatten mit etwa 6000 Menschen gerechnet.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland plant für Dienstag eine Mahnwache für Weltoffenheit und Toleranz in Berlin. Er hoffe, dass die Spitzen des Staates der Veranstaltung beiwohnen, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Ursprünglich war die Veranstaltung am Brandenburger Tor für Montag vorgesehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte eine Teilnahme der CDU an der Mahnwache zugesagt. Auch SPD und Grüne rufen zur Teilnahme auf. Die Bundestagsparteien planen außerdem eine große Solidaritätskundgebung deutscher Politiker mit gesellschaftlichen Gruppen, möglicherweise mit Bundespräsident Joachim Gauck als Redner. Ein Termin dafür steht aber noch nicht fest.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte den anderen Vorsitzenden öffentlich vorgeschlagen, sich daran zu beteiligen. Dieses Vorpreschen brachte ihm deutliche Kritik ein. Unter anderem sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner der „Saarbrücker Zeitung“ (Montag), sie halte jedenfalls nichts von „Kundgebungs-Wettbewerben“.

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