Der Chefökonom über Merkels Wahlkampf
Ein Glücksfall für die Kanzlerin

PremiumGegen Charismatiker Schulz setzt die amtsmüde Kanzlerin auf den alten Adenauer-Slogan: „Keine Experimente“. Geht ihre Strategie auf? Das hängt auch von möglichen weiteren Attacken Trumps und Erdogans ab. Eine Analyse.

Ein wenig erinnert die Lage an das Jahr 1957, als der verbrauchte Kanzler Adenauer mit dem Slogan „Keine Experimente“ in die Wahl zog und einen möglichen Regierungswechsel angesichts des Kalten Krieges und des aufgebauten Wohlstands als Unsicherheitsfaktor beschrieb. Die Rechnung ging auf: Die Union erhielt zum ersten und letzten Mal die absolute Mehrheit.

Blickt man heute auf Angela Merkel, so sieht man eine analytisch scharfsinnige, bienenfleißige, persönlich integre, aber amtsmüde wirkende Regierungschefin. Sie muss bei der anstehenden Bundestagswahl gegen den rhetorisch brillanten, aber realpolitisch unerfahrenen Martin Schulz antreten. Obwohl kaum jünger als Merkel gibt sich Schulz als frisch und...

 
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