DIHK
Mittelstand begrüßt neue Verbraucherpolitik

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ist mit den Zukunftsplänen von Union und FDP einverstanden. Vor allem, weil die Koalition sich gegen eine Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln ausspricht. Warum die Wirtschaft eine andere Lösung bevorzugt.
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BERLIN. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zeigt sich zufrieden mit den Vereinbarungen von Union und FDP in der Verbraucherpolitik. "Richtigerweise wird die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln abgelehnt", sagte der Hauptgeschäftsführer, Martin Wansleben, dem Handelsblatt.

Laut DIHK müssten Produkte wie Avocados, Butter oder Nüsse wegen ihres Fettgehalts rot gekennzeichnet werden. Eine auf die Farben reduzierte Kennzeichnung führe die Verbraucher in die Irre und ermögliche keine objektive Bewertung. Verbraucherverbände hingegen fordern seit langem die Ampelkennzeichnung.

Die Wirtschaft favorisiert die sogenannte Guideline-Daily-Amount (GDA)-Kennzeichnung. Sie ermöglicht dem Verbraucher, sich selbst über die Kalorienangaben, Fett, Zucker, ungesättigte Fettsäuren und Salz in Bezug auf eine einheitliche Größe (100 Gramm) zu informieren. Darauf hatten sich Union und FDP im Koalitionsvertrag verständigt.

Der DIHK warnt indes vor einem Gesetz und setzt auf das Prinzip der Freiwilligkeit. "Es ist noch nicht klar erkennbar, ob die Koalitionäre eine standardisierte GDA-Kennzeichnung über Brüssel auf gesetzlicher Grundlage einführen wollen", sagte Wansleben. Die Europäische Kommission will im kommenden Jahr über die Kennzeichnung von Lebensmitteln entscheiden. Wansleben sagte, ein Gesetz sei aus Sicht der Unternehmen unnötig. Sie würden auf nahezu 80 Prozent aller Lebensmittel die Kennzeichnung freiwillig ausweisen. "Das ist ein durchschlagender Erfolg", sagte er.

Zudem begrüßte Wansleben das Ziel der Koalition, die Verbraucherinformationsrechte in einem Gesetz zu bündeln. Bislang finden sie sich in den Gesetzen zu den Verbraucherinformationen, zur Informationsfreiheit und zur Umweltinformation. "Wenn die Ansprüche des Verbrauchers zusammengefasst werden, ist das ein Beitrag zum Bürokratieabbau", sagte Wansleben.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent

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